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Experte: Weltordnung mit fünf Mächten könnte stabil sein

Wohin steuert die Welt? Der deutsche Politikwissenschaftler Herfried Münkler hält mit Blick auf die geopolitische Lage eine auf fünf Mächten basierende Weltordnung für möglicherweise erstrebenswert.

Agentur
sda
07.01.26 - 23:31 Uhr
Politik
Der deutsche Politikwissenschaftler Herfried Münkler sieht das Völkerrecht auf verlorenem Posten, aber es gebe wohl eine Lösung. (Archivbild)
Der deutsche Politikwissenschaftler Herfried Münkler sieht das Völkerrecht auf verlorenem Posten, aber es gebe wohl eine Lösung. (Archivbild)
Keystone/EPA/SASCHA STEINBACH

Die Geschichte lehre, dass Fünfer-Systeme im Gegensatz zu Dreier-Konstellationen relativ lange dauerten, sagte Münkler in der ORF-Nachrichtensendung «ZiB2». Zusätzlich zu den USA, China und Russland müssten sich die EU und Indien als einflussreiche Mächte etablieren.

Das wäre jedenfalls sinnvoller als in der gegenwärtigen Weltlage, die von Aktionen wie der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro geprägt sei, an das Völkerrecht zu erinnern. Beim Völkerrecht gebe es keinen Hüter, der die Regeln durchsetzen könnte, so Münkler.

Münkler sieht Neutralität als Position der Schwäche

«Das wird keine freundliche Weltordnung sein, die da auf uns zukommt», sagte Münkler. Aber fünf relevante Kräfte könnten eine machtbasierte Ordnung darstellen. Eine militärische Neutralität, wie sie Österreich pflege, sei nicht attraktiv. «In einer Weltordnung, wie wir sie jetzt haben, ist Neutralität eigentlich, sich freiwillig in eine Position der Schwäche und der relativen Bedeutungslosigkeit zu bringen.»

Münkler war Professor am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität in Berlin und gilt als führender Forscher zur Geschichte von Imperien.

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