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Politik

Wer in Bergün fotografiert, wird gebüsst

Das dürfte einzigartig sein: Ab heute tritt in Bergün ein gemeindeweites Fotografierverbot in Kraft. Der Grund: Fotos der pittoresken Landschaft können Menschen unglücklich machen, die gerade nicht in Bergün sein können.
Philipp Wyss
30.05.2017, 10:38 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Ferienfotos in den sozialen Medien die Betrachter unglücklich machen, weil sie selbst gerade nicht vor Ort sein können. Das möchte die Gemeinde Bergün verhindern. Laut einer Mitteilung liegt der Gemeinde das Glück aller Menschen am Herzen.

Aus diesem Grund hat die Gemeindeversammlung am Montagabend ein gemeindeweites Fotografierverbot beschlossen. «Die Gemeinde Bergün/Bravuogn ist wunderschön. Wir möchten die Menschen ausserhalb der Gemeinde mit über Social Media geteilten Fotos unserer pittoresken Landschaft nicht unglücklich machen und laden sie herzlich ein, Bergün selbst zu besuchen und zu erleben», sagt Peter Nicolay, Gemeindepräsident von Bergün/Bravuogn.

Die Stimmberechtigten haben das neue Gesetz mit 46:2 Stimmen angenommen. «Ich freue mich sehr, dass den Einwohnern Bergüns das Glück aller Menschen am Herzen liegt. Das macht mich stolz», sagt Nicolay weiter. Juristisch sieht der Gemeindepräsident keinerlei Probleme, wie er auf Anfrage von Radio Südostschweiz sagt.

Die Gemeinde geht aber noch einen Schritt weiter: Wer gegen das Verbot verstösst, kann mit einer Busse in Höhe von fünf Franken gebüsst werden. Das Bussgeld fliesst vollumfänglich in den Alpenschutz.

Die Hintergründe der Geschichte:

Medienanwalt: «Das verstösst gegen ein Grundrecht»

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