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Weltweite Proteste wegen geplanter Hinrichtung in den USA

Die geplante Hinrichtung eines Häftlings im US-Staat Georgia an diesem Mittwoch hat weltweit Proteste ausgelöst. Der 41-jährige Schwarze Troy Davis war 1991 wegen Mordes an einem weissen Polizisten zum Tode verurteilt worden und beteuert hartnäckig seine Unschuld.

Südostschweiz
Sonntag, 18. September 2011, 12:38 Uhr
Proteste gegen die geplante Hinrichtung von Troy Davis.

Washington. – Sein Fall gilt als einer der umstrittensten seit Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA vor 35 Jahren. Sieben von neun Zeugen im damaligen Prozess haben nach Medienberichten inzwischen ihre Aussage gänzlich widerrufen oder wesentlich abgeändert.

An diesem Montag will der Begnadigungsausschuss des Bundesstaates Georgia über das Schicksal des Gefangenen entscheiden. Da Davis praktisch alle Rechtsmittel ausgeschöpft hat, glauben viele Experten, dass dies seine letzte Chance ist, der Giftspritze zu entgehen.

Davis hatte in seinen 20 Jahren in der Todeszelle schon dreimal vor der Exekution gestanden, aber jedes Mal wurde ihm wegen andauernder Zweifel an seiner Schuld ein Aufschub gewährt. Am Ende befanden die Gerichte dann jedoch stets, der Gefangene habe seine Unschuldsbehauptung nicht überzeugend untermauern können.

Gegner der Todesstrafe dagegen argumentieren, dass Davis nicht hingerichtet werden dürfe, wenn es überhaupt auch nur den leisesten Zweifel an seiner Täterschaft gebe. Sie haben dem Ausschuss nach Medienberichten eine Gnaden-Petition mit mehr als 660'000 Unterschriften zugeleitet.

Am vergangenen Freitag waren bei einem «Aktionstag» in vielen Städten zehntausende Menschen für Davis auf die Strasse gegangen, wie die Gefangenenhilfsorganisation Amnesty International mitteilte. Weitere Demonstrationen und Mahnwachen seien geplant.

Auch mehr als 50 US-Kongressabgeordnete und zahlreiche Prominente haben sich für eine Verschonung starkgemacht, so Papst Benedikt XVI., der frühere US-Präsident Jimmy Carter, Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und der ehemalige Chef der US-Bundespolizei FBI, William Sessions.

Davis soll 1989 in Savannah (Georgia) einen jungen Polizeibeamten getötet haben, der einem attackierten am Boden liegenden Obdachlosen helfen wollte.

Seine Verurteilung basierte nach Medienangaben hauptsächlich auf der Zeugenaussage eines Mannes, der den Mord gesehen haben will - und zuvor selbst als möglicher Täter in Verdacht geraten war. Die Tatwaffe sei nie gefunden worden, und es gebe auch keine Beweise wie DNA-Spuren, die auf Davis hindeuteten.

Während der Hauptzeuge bei seiner Aussage geblieben sei, gaben andere Zeugen an, dass die Polizei sie damals unter Druck gesetzt und eingeschüchtert habe. Der Sender CNN zitierte auch eine damalige Geschworene im Mordprozess mit den Worten: «Wenn ich damals gewusst hätte, was ich heute weiss, sässe Troy Davis nicht in der Todeszelle.» (sda)

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