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Verleger und SRG gehen aufeinander zu

Verleger und SRG gehen aufeinander zu

Die privaten Medienhäuser und die SRG SSR wollen im umkämpften Online-Zukunftsmarkt aufeinander zugehen. Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument und SRG-Präsident Raymond Loretan sind sich darin einig, dass in harten, aber fairen Diskussionen für beide Seiten akzeptable Lösungen möglich sind.

Südostschweiz
vor 9 Jahren in
Hanspeter Lebrument, Präsident Verband Schweizer Medien, an der Dreikönigstagung in Zürich.

Zürich. – Lebrument erinnerte am Dienstag an der Dreikönigstagung des Verbandes Schweizer Medien daran, dass in der Vergangenheit gemeinsame Projekte beim Teletext oder in der Fernsehwerbung nicht von Erfolg gekrönt gewesen seien. Eine langfristige, ehrliche Partnerschaft im Online müsse nun das Ziel der gemeinsamen Bemühungen sein.

Es gebe Hinweise darauf, dass dies gelingen könnte, sagte Lebrument weiter. In drei Arbeitsgruppen versuchen die Verleger und die SRG derzeit, Lösungen für Inhalte und Werbung auf Online-Plattformen zu finden. Persönlich sei er der Meinung, dass eine gemeinsame Plattform geschaffen werden könnte, sagte Lebrument.

Die privaten Medien und die SRG sollten ihre publizistischen Aufgaben gemeinsam auf dieser Plattform definieren. Die SRG könnte ihre audiovisuelle Beträge und die privaten Medienhäuser könnten Texte an das gemeinsame Online-Dach liefern. Die Erträge, vor allem die Werbeeinnahmen, sollten den privaten Medien zugute kommen. Der Teletext sollte in die nationale Nachrichtenagentur sda eingegliedert werden.

Der Verband Schweizer Medien habe in der Vergangenheit bewiesen, dass er auch im operativen Bereich ein ebenbürtiger Partner zur SRG sein könne.

SRG-Präsident Loretan zeigte sich seinerseits vor den versammelten Verlegern überzeugt, dass eine für beide Seiten befriedigende Lösung in der umstrittenen Frage der Online-Inhalte und -Werbung gefunden werden könne. Nur eine Lösung, die für beide Seiten gewinnbringend sei, habe eine Chance, langfristig zu bestehen.

Die gemeinsame Geschichte von SRG und Presse sei regelmässig von Konflikten geprägt gewesen, die am Schluss gelöst worden seien. Als Beispiele erwähnte Loretan die Nachrichtensendungen am Radio, die Anfang der 1970-er Jahre nur von Sprechern der sda verlesen werden durften. Aus den gemeinsamen Gesellschaften in der Fernsehwerbung und beim Teletext habe sich im übrigen damals die Presse zurückgezogen. (sda)

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