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Steigender Zuspruch für Rechtsextreme in Griechenland

Die rechtsextreme griechische Partei Goldene Morgenröte hat seit ihrem Einzug ins Parlament deutlich an Zuspruch gewonnen. Wenn jetzt Wahlen wären, könnte sie drittstärkste Partei werden. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage.

Südostschweiz
Donnerstag, 06. September 2012, 13:22 Uhr
Anhänger der Partei Goldene Morgenröte feiern nach den Wahlen im Juni (Archiv).

Athen. – Nach der Befragung für die Zeitung «To Pontiki» hätten die Rechtsextremisten die einst mächtigen Sozialdemokraten der Pasok überholt. Für die Goldene Morgenröte registrierte das Umfrageinstitut Pulse einen Zuspruch von 10,5 Prozent.

Das ist ein Plus von fast vier Prozentpunkten seit dem Einzug der Rechtsextremisten ins Parlament im Juni. Die Partei verfolgt eine aggressiv ausländerfeindliche Politik, die sich vor allem gegen die Einwanderer im Land richtet.

Ihre Propaganda wird auch für den Anstieg der gewaltsamen Übergriffe auf Ausländer in Griechenland verantwortlich gemacht. Angesichts der dramatischen Wirtschaftskrise und einer steigenden Kriminalität in Griechenland fallen die Parolen der Rechtsextremisten offenkundig auf immer fruchtbareren Boden.

Laut der Umfrage muss die konservative Partei Neue Demokratie, die die gegenwärtige Regierungskoalition anführt, in der Wählergunst einen Rückgang auf 25 Prozent hinnehmen, zuvor lag sie bei 29,7 Prozent. Die radikalen Linken der Syriza-Partei fielen um fast 3 Punkte auf 24 Prozent.

Die Pasok, Juniorpartner in der Koalition, kam nur noch auf 8 Prozent. Die andere Bündnispartner in der Regierung, die Demokratische Linke, verlor 2 Prozentpunkte und liegt bei 4,5 Prozent.

Die Regierung versucht derzeit ein massives Spar- und Reformprogramm umzusetzen, um weiterhin Finanzhilfen der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten. Das führte am Donnerstag erneut zu Protesten.

Polizeibeamte blockierten den Eingang eines Reviers. Busse, mit denen Polizisten nach Thessaloniki gebracht werden sollten, konnten nicht abfahren. In der Hafenstadt im Norden des Landes sind für das Wochenende Grosskundgebungen gegen weitere geplante Sparmassnahmen der Regierung geplant.

Die Beamten demonstrierten gegen Gehaltskürzungen, die in dem neuen Sparpaket für 2013 und 2014 enthalten sein sollen. Das Paket hat einen Umfang von 11,5 Milliarden Euro. Für Donnerstagnachmittag war ein Protestmarsch in Athen geplant. Beteiligen wollten sich Polizisten sowie Angehörige der Küstenwache und der Feuerwehr. (sda)

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