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Staatsanwalt warnt Repower vor der Mafia

Wer wie Repower in Kalabrien investieren will, muss mit der ‘Ndrangheta verhandeln. Das sagt Antimafia-Staatsanwalt Nicola Gratteri.

Südostschweiz
Mittwoch, 03. Oktober 2012, 08:30 Uhr
Die Mafia wird versuchen, sich ein Stück der Milliarde Euro zu sichern, die das Kohlekraftwerk, das Repower in Kalabrien plant, letztlich kosten soll.

Poschiavo. – Vier Prozent der Bausumme müsse man der ‘Ndrangheta normalerweise bezahlen, um von ihr unbehelligt zu bleiben. Dies erklärte der kalabresische Antimafia-Staatsanwalt Nicola Gratteri in einem Interview mit Radio Televisione Svizzeri.

Ausserdem werde die Mafia Repower vorschlagen, wen sie einstellen sollen und wer die Bauarbeiten macht.

40 Millionen für die Mafiabosse?

Das Bündner Energieunternehmen Repower plant an der kalabresischen Küste von Saline Joniche den Bau eines Kohlekraftwerks. Die voraussichtlichen Investitionskosten belaufen auf über eine Milliarde Euro.

Nach den Berechnungen Gratteris würde dies Bestechungsgelder in Höhe von über 40 Millionen Euro für die Mafia-Bosse bedeuten. Bei Repower setze man sich mit dieser Frage auseinander, teilte Mediensprecher Werner Steinmann mit. Man werde sich in Saline Joniche wie bei allen Projekten an die Gesetze halten. (bcm)

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