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Sacha Zala: «Zeit, neuen Generation Platz zu machen»

Sacha Zala leitet am Samstag im Churer Grossratssaal zum letzten Mal eine Mitgliederversammlung der Pro Grigioni Italiano. Im Interview spricht der scheidende Präsident über seine Arbeit in der Sprach- und Kulturorganisation sowie über die Situation in Italienischbünden.

Südostschweiz
Freitag, 25. Oktober 2013, 17:03 Uhr
Sacha Zala tritt als PGI-Präsident zurück.

Chur. – Nach 20 Jahren sei es einfach an der Zeit, einer neuen Generation Platz zu machen. Dies sagt Sacha Zala zu den Beweggründen seines Rücktritts als Präsident der Sprach- und Kulturorganisation Pro Grigioni Italiano (PGI). Trotzdem, eine Meinung zur Situation von Italienischbünden hat Zala auch nach seiner Demission noch.

«Was ich wirklich als problematisch betrachte, ist Folgendes. Auf der einen Seite gibt es für Italienischbünden dank dem Sprachengesetz auf kantonaler und eidgenössischer Ebene eine deutliche Verbesserung der juristischen Situation. Auf der anderen Seite kam gleichzeitig eine Bewegung auf, die diese Errungenschaften fundamental in Frage gestellt hat», stellt Zala fest.

Fundamentale Änderung der Oragnisation

Die Deutschweizer würde es den Italienischsprachigen nicht ganz einfach machen, fährt der 45-jährige Historiker weiter. «Um bei uns Zuhause leben zu können, müssen wir in der Schule Hochdeutsch lernen, um dann zu merken, dass dies überhaupt nicht gebraucht wird. Wir müssen also sozusagen gleich zwei Integrationsschritte machen. Und im Zuge dieser Entwicklung gibt es aus meiner Sicht in der Sprachenfrage eine zunehmende Sensibilität um nicht zu sagen eine zunehmende Sprengkraft.»

Als positives Erlebnis aus seiner Amtszeit nimmt Zala die fundamentale Änderung der Oragnisation mit. «Die PGI hat sich im Rahmen des Bruches der politischen Logik der Siebzigerjahre mit jener der Jahrtausendwende sozusagen vom Almosenempfänger zum Leistungserbringer entwickelt», bringt es Zala auf den Punkt. (fbr)

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