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«Saas weist eine enorme Lebensqualität auf»

Gemeinderat Christian Lüscher weiss als erfolgreicher Geschäftsmann, dass der Blick über den Tellerrand enorm wichtig ist. Dies gilt auch für die Politik.

Conradin
Liesch
08.06.22 - 06:00 Uhr
Politik
Der Saaser Christian Lüscher, seit 2021 im Gemeinderat Klosters.
Der Saaser Christian Lüscher, seit 2021 im Gemeinderat Klosters.
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Nachdem der Saaser Christian Lüscher die Handelsschule in Davos abgeschlossen hatte, arbeitete er in der Versicherungsbranche. Nach dem Abschluss der Höheren Wirtschafts- und Verwaltungsschule stieg er jedoch im elterlichen Geschäft ein. Die Parsenn-Produkte AG, welche in Küblis und Schiers zwei Drogerien betreibt, hat sich in der Herstellung von Kosmetikprodukten und Medizintechnik in den vergangenen 30 Jahren weit über die Schweizer Grenzen hinaus ein hervorragendes Renommee verschafft. Der Betrieb beschäftigt 27 Angestellte. «Swissness» hat sich das Familienunternehmen, das in zweiter Generation von Christian und seinem Bruder Oliver Lüscher geführt wird, gross auf die Fahne geschrieben. Die beliebte Pflegeserie «Tal Produkte» ist auch bei uns in vielen Haushalten zu finden.

Wichtige Arbeit in der Arbeitsgruppe

Im letzten Jahr, in dem Saas noch eigenständig war, gehörte Christian Lüscher noch dem Gemeindevorstand an. Er wolle nicht die Faust im Sack machen, wie viele andere, erklärt Christian Lüscher. Deshalb sagte er auch zu, als er von Marco Hobi angefragt wurde, für den Klosterser Gemeinderat zu kandidieren. «Wobei mir die Partei nicht so wichtig ist», schmunzelt er, «im Vordergrund steht für mich, dass es der Gemeinde gut geht».

Die Arbeit im Gemeinderat schätzt er als positiv ein: «Wir haben einen sehr guten Umgang miteinander, im Rat wie im Vorstand«, erklärt Christian Lüscher. «Besonders freue ich mich auf die Gruppe, welche die Integration des Baugesetzes von Saas in dasjenige von Klosters behandelt, diese Arbeit interessiert mich sehr», sagt er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu, «mehr, als an einer Sitzung einfach nur Ja oder Nein zu sagen.»

Auch für Christian Lüscher ist die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum für Einheimische ein wichtiger Punkt, der weiter verfolgt werden muss: «Sei es zur Miete oder als Kaufobjekt», präzisiert er, «eine 4½-Zimmer-Wohnung vermag ein ‹Normalsterblicher› ja nicht mehr.»

Christian Lüscher ist allerdings nicht dafür, dass die Politik sich überall einmischen soll. Ob es Aufgabe der Gemeinde sei, Wohnungen zu bauen und dann zu vermieten, stellt er infrage. Trotzdem kann er sich vorstellen, dass dieses Modell ebenso gut funktionieren kann, wie das Zurverfügungstellen von Bauland oder Bauplätzen im Baurecht. «Die nächste Generation soll auch hier wohnen und leben können», ist er allerdings der festen Überzeugung. Deshalb beachtet er die geplanten Auszonungen, die als nächster Schritt der Teilrevision Ortsplanung anstehen, mit Besorgnis.

Annäherung von Saas und Klosters

Dass die Annäherung von Saas und Klosters auch nach der Fusion weiter gepflegt wird, erachtet Christian Lüscher als wichtig.

Er schätzt Klosters als attraktiven Wohn- und Arbeitsort ein, wobei er zu bedenken gibt, dass touristisch gesehen Klosters in den letzten Jahren etwas geschlafen habe.

«Wir befinden uns an einen super Platz in der Natur», ergänzt er, «wobei gerade Saas eine enorm hohe Lebensqualität aufweist. Aber auch Klosters hat natürlich seine Vorteile, mit vielen sportlichen Angeboten, so das Schwimmbad im Sommer und das Eisfeld im Winter». Hier spricht Christian Lüscher natürlich auch als passionierter Curlingspieler. Das Klosters nicht so städtisch wie Davos wirkt, gefällt ihm ebenfalls.

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