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Die schwarze Liste fehlbarer Lehrpersonen ist leer

Grossrätin Favre Accola stellt Fragen zu fehlbaren Lehrern – es hat keine.

Pierina
Hassler
19.09.23 - 04:30 Uhr
Politik
Bislang keine solche Verfügung: Der Bündner Regierung hat eine Anfrage aus dem Grossen Rat zur schwarzen Liste fehlbarer Lehrpersonen beantwortet.
Bislang keine solche Verfügung: Der Bündner Regierung hat eine Anfrage aus dem Grossen Rat zur schwarzen Liste fehlbarer Lehrpersonen beantwortet.
Bild Archiv

Die sogenannte schwarze Liste im Schulwesen ist dazu da, pädophile, süchtige oder gewalttätige Lehrpersonen zu benennen. Respektive Schuldirektionen zu informieren, welcher Lehrperson wegen eines gravierenden Vorfalls die Unterrichtsberechtigung entzogen wurde. Seit Anfang 2008 ist diese Meldestelle für alle Kantone obligatorisch.

Die Davoser SVP-Grossrätin Valérie Favre Accola kritisierte in der Sommersession des Grossen Rates, dass in 14 Kantonen, darunter auch Graubünden, keine einzige Pädagogin und kein einziger Pädagoge registriert sei. Deshalb wollte sie unter anderem von der Regierung wissen, wie die aktuelle Praxis bezüglich Entzug von Lehrbewilligung und Meldung von fehlbaren Lehrpersonen geregelt sei. Die schriftliche Antwort der Regierung: Das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement Graubünden (EKUD) könne die Unterrichtsberechtigung entziehen, wenn die Eignung für die Lehrtätigkeit fehle. Das EKUD melde einen allfälligen Entzug dem Generalsekretariat der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren (EDK). «Bis anhin wurde eine solche Verfügung nicht erlassen, weshalb eine diesbezügliche Praxis fehlt», so die Regierung.

Lehrbewilligung entziehen

Favre Accola fragte auch, wie das Bündner Amt für Volksschule (AVS) sicherstellt, dass alle Schulbehörden und Schulleitungen die Praxis bezüglich der schwarzen Liste kennen. «Das AVS hat über das Schulinspektorat, Schulbehörden und Schulleitungen regelmässig darauf hingewiesen, dass die EDK eine Liste mit Lehrpersonen führt, denen die Unterrichtsberechtigung oder eine Berufsausübungsbewilligung entzogen wurde», so die Regierung.

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