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Neue Bedingungen bei der Lehrstellenbesetzung

Chancengleichheit in der Berufswahl: Lehrstellen im Kanton Graubünden sollen später ausgeschrieben und Lehrverträge später abgeschlossen werden als bis anhin.

Südostschweiz
06.12.21 - 14:26 Uhr
Politik
Berufswahl- und Bewerbungsprozess soll nach einem für die Jugendlichen sinnvollen Zeitplan erfolgen können.
Berufswahl- und Bewerbungsprozess soll nach einem für die Jugendlichen sinnvollen Zeitplan erfolgen können.
Archivbild / Archivbild

Der Kanton Graubünden führe neue Grundsätze in der Berufswahl ein, schreibt das Amt für Berufsbildung des Kantons Graubünden in einer Medienmitteilung. Offene Lehrstellen sollen künftig frühestens ab 1. August des Jahres vor Lehrbeginn zur Bewerbung ausgeschrieben werden. Ausserdem dürfen Lehrverträge frühestens ein Jahr vor Lehrbeginn abgeschlossen werden. Das Amt für Berufsbildung Graubünden stützt sich dabei auf die neuen Grundsätze der Tripartiten Berufsbildungskonferenz, wie es in der Mitteilung heisst.

Der Berufswahlprozess soll angepasst werden, um Jugendlichen etwas den Druck zu nehmen.
Der Berufswahlprozess soll angepasst werden, um Jugendlichen etwas den Druck zu nehmen.
Bild Amt für Berufsbildung

Die entsprechenden neuen Grundsätze der Tripartiten Berufsbildungskonferenz wurden gemäss Mitteilung am 10. November veröffentlicht. Das Ziel sei es, auf verschiedene Einflüsse, denen der Lehrstellenmarkt unterliege, zu reagieren: konjunkturelle Schwankungen, Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen, demografische Entwicklungen und die wechselnden Interessen der Jugendlichen.

Diese Einflüsse könnten das Gleichgewicht auf dem Lehrstellenmarkt so verändern, dass dabei ein Wettlauf um Ausbildungsplätze entstehe, schreibt das Bünder Amt. Jugendliche und deren Eltern würden so unter Druck geraten und verfrühte Entscheidungen treffen, die nicht unbedingt ihren Eignungen und Zielen entsprechen würden.

Um diese Entwicklungen zu bremsen, hätten sich die Verbundpartner der Berufsbildung zu einem gemeinsamen Commitment entschlossen. Dieses soll im Interesse aller Beteiligten eine zeitlich gut abgestimmte und faire Berufswahl ermöglichen, wie es heisst. (so)

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