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Russland rückt bei Bachmut vor - Finnland stimmt für Nato-Beitritt

Die heftigen Kämpfe um die ostukrainische Stadt Bachmut toben ununterbrochen weiter. Die Schlinge der russischen Angreifer zieht sich nach Beobachtung ukrainischer Militärbeobachter immer weiter zu. Zugleich zeigte sich die Führung in Kiew gut ein Jahr nach Kriegsbeginn ungebrochen.

Agentur
sda
01.03.23 - 16:35 Uhr
Politik
dpatopbilder - Rauch steigt von einem brennenden Haus in Bachmut im Osten der Ukraine auf. Foto: Yevhen Titov/AP
dpatopbilder - Rauch steigt von einem brennenden Haus in Bachmut im Osten der Ukraine auf. Foto: Yevhen Titov/AP
Keystone/AP/Yevhen Titov

Mit Spannung beobachtet wurden am Mittwoch zwei internationale Reisen: Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko besucht China, Russlands Aussenminister Sergej Lawrow ist zum G20-Aussenministertreffen in Indien eingetroffen. Einen Schritt weiter gekommen ist die Norderweiterung der Nato.

Kiew meldet Erfolge gegen vorrückende Russen in Bachmut

Scharfschützen hätten eine Gruppe russischer Aufklärer erschossen, hiess es. Sieben Russen seien getötet, drei verletzt worden. Die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar hatte am Dienstagabend im Fernsehen gesagt, es sei eine strategische und keine politische Entscheidung, die Stadt zu halten. Es sei Verstärkung geschickt worden. «Die Verluste des Gegners sind sehr hoch. Unsere Kämpfer können bis zu 80 Prozent der Terroristen vernichten», sagte Maljar. Alle Angaben sind unabhängig nicht zu überprüfen.

Russische Truppen dringen trotz starker Gegenwehr vor

Ukrainische Militärblogger berichteten von Fortschritten der Russen nördlich und nordwestlich von Bachmut. Westlich der Stadt wird demnach ein Schlauch von nur noch etwas mehr als vier Kilometern Breite durch die eigenen Truppen kontrolliert. Durch diese gehen die stark beschossenen Verbindungen nach Westen. An allen anderen Richtungen bedrängen demnach russische Einheiten die Ukrainer. Falls die Stadt fällt, eröffnet sich für die russischen Truppen der Weg zu den Grossstädten Slowjansk und Kramatorsk. Damit würde eine vollständige Eroberung des Donezker Gebiets näherrücken.

London: Russland nutzt weiteren Startplatz für Drohnenangriffe

Die jüngsten Drohnenattacken Russlands auf die Ukraine seien vermutlich aus dem westrussischen Gebiet Brjansk gestartet worden, teilte das Verteidigungsministerium in London mit. Zuvor sei seit Mitte Dezember nur ein Ort in der südrussischen Region Krasnodar genutzt worden. «Ein zweiter Startplatz würde den Russen eine andere Angriffsachse ermöglichen, näher an Kiew», heisst es in dem Bericht, der sich auf Erkenntnisse der britischen Geheimdienste stützt. «Damit wird die Zeit in der Luft über der Ukraine wahrscheinlich verkürzt und ist ein Versuch, die ukrainische Flugabwehr weiter auseinanderzuziehen.»

Finnland macht Weg für Beitritt zur Nato frei

Das Parlament in Helsinki stimmte am Mittwoch mit breiter Mehrheit für einen Regierungsvorschlag zur Gesetzgebung, die für den Beitritt des Landes in das westliche Verteidigungsbündnis nötig ist. Präsident Sauli Niinistö hatte bereits seine Zustimmung angekündigt. Für den Beitritt der Finnen fehlt jedoch weiterhin die Ratifizierung durch die Türkei sowie durch Ungarn, dessen Parlament am Mittwoch mit einer Debatte über die Annahme der Beitrittsprotokolle begann. Alle 30 Nato-Mitglieder müssen die Aufnahme von Finnland und dem nordischen Nachbarn Schweden ratifizieren. Die Türkei blockiert bisher und begründet diese Haltung vor allem damit, dass Schweden nicht ausreichend gegen Terrororganisationen vorgehe.

China und Belarus wollen ihre Beziehungen weiter stärken

Die Freundschaft beider Staaten sei «unzerbrechlich», sagte der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping dem chinesischen Staatsfernsehen zufolge bei einem Treffen mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko in Peking. Der Besuch des Verbündeten von Russlands Präsident Wladimir Putin kam wenige Tage nach der Vorlage des chinesischen Positionspapiers zum Ukraine-Konflikt. Lukaschenko stellte sich laut der chinesischen Angaben hinter das Papier, das international mit Enttäuschung aufgenommen worden war. Er unterstütze die Vorschläge Chinas «voll und ganz», zitierte ihn der chinesische Staatssender CCTV.

Baerbock will russischer Propaganda bei G20 in Indien entgegentreten

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock will Propaganda ihres russischen Kollegen Sergej Lawrow beim Treffen der Aussenminister der G20-Runde führender Wirtschaftsmächte in Indien nicht unwidersprochen lassen. Baerbock werde «Russland nicht die Bühne überlassen und russischer Propaganda, wenn nötig, entschieden entgegentreten, so wie das in der Vergangenheit auch der Fall war», sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin vor der Abreise der Ministerin zu dem G20-Treffen.

Indien hat dieses Jahr den G20-Vorsitz. Die Arbeitssitzungen sind für Donnerstag vorgesehen. Indien positioniert sich zum Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine neutral, trägt westliche Sanktionen nicht mit und wirbt immer wieder für eine Konfliktlösung durch Dialog.

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