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Keine Olympische Spiele ohne Garantie

Wenn der Bund keine Defizitgarantie für Olympische Spiele in Graubünden abgibt, bedeutet dies Abbruch der Übung. Das sagt Finanzdirektorin Barbara Janom Steiner. Bereits abgesprungen vom Olympia-Zug sind die Grünliberalen.

Südostschweiz
Donnerstag, 31. Januar 2013, 07:30 Uhr
Finanzdirektorin Barbara Janom Steiner.

Chur. – Das Internationale Olympische Komitee wird vermutlich 2014 eine Defizitgarantie von den Kandidaten für die Durchführung der Winterspiele 2022 verlangen. Dass dann der Kanton Graubünden das Defizitrisiko übernehmen wird, wie es die Finanzkommission des Nationalrats fordert, schliesst die Bündner Finanzdirektorin Barbara Janom Steiner aus. «Wenn der Bund keine Defizitgarantie abgeben wird, bedeutet dies Abbruch der Übung.»

Der Kanton mit seinen lediglich 200 000 Einwohnern sei nicht in der Lage, eine solche Garantie abzugeben. Dem Kanton würde auch die Legitimation dazu fehlen. In der Botschaft der Regierung an den Grossen Rat, welche die Grundlage für die Volksabstimmung vom 3. März bildet, wird die Übernahme eines Defizitrisikos durch den Kanton explizit ausgeschlossen.

GLP mit überraschendem Nein

Eher überraschend haben am Dienstagabend die Grünliberalen (GLP) an ihrer kantonalen Mitgliederversammlung in Chur mit 15:12 Stimmen bei zwei Enthaltungen die Nein-Parole zuhanden der Volksabstimmung beschlossen. Laut Parteipräsident Jürg Kappeler habe einerseits die Ungewissheit, wer für ein allfälliges Defizit aufkommen müsste, zu einem Meinungsumschwung bei einem Teil der Mitglieder gesorgt. Andererseits habe die Partei bisher von den Initianten kein klares Bekenntnis für die Nachhaltigkeit des Anlasses im Sinne der NIV-Charta erhalten.

Der Stimme enthalten hatte sich auch Nationalrat Josias F. Gasser. Er könne erst hinter dem Projekt Olympia 2022 in Graubünden stehen, wenn die Regierung sich öffentlich hinter die Ziele der NIV-Charta stelle, sagte er am Mittwoch gegenüber der «Südostschweiz». (so)

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