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Keine Gleichstellung eingetragener Homopaare im Adoptionsrecht

Gleichgeschlechtliche Paare und homosexuelle Einzelpersonen können theoretisch Kinder adoptieren, nicht aber homosexuelle Paare, die ihre Partnerschaft eintragen liessen. Der Nationalrat hat es am Freitag abgelehnt, diese absurde Situation zu ändern.

Südostschweiz
Freitag, 30. September 2011, 11:46 Uhr
Homosexuelle Paare können weiterhin keine Kinder adoptieren (Symbolbild).

Bern. – Mit 97 zu 83 Stimmen und 8 Enthaltungen weigerte sich der Rat, einer Petition des Vereins Familienchancen Folge zu geben. Die Eingabe war im Juni 2010 mit knapp 20'000 Unterschriften eingereicht worden und hatte die Unterstützung vor allem der Linken und einiger Freisinniger.

Die Petenten verlangten, dass gleichgeschlechtliche Paare in eingetragener Partnerschaft in Sachen Eltern- und Adoptionsrechte mit heterosexuellen Ehepaaren gleichgestellt werden. Zivilstand und die sexuelle Orientierung der Adoptionswilligen dürften keine Rolle spielen. Auch Kinder von gleichgeschlechtlichen Paaren sollten gleiche Rechte haben wie Kinder von Ehepaaren.

Die Gegner führten vor allem das Recht der Kinder auf eine Mutter und einen Vater ins Feld. Nahe weibliche und männliche Bezugspersonen seien für die Entwicklung eines Kindes wichtig. Sie anerkannten, dass das Kindesrecht hier mit dem Gleichstellungsrecht kollidiert. Trotzdem beantragte die Mehrheit des Rats schliesslich, der Petition keine Folge zu geben. (sda)

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