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Josias Gasser schickt Tarzisius Caviezel nach Hause

Überraschender Ausgang der Nationalratswahlen in Graubünden. FDP-Nationalrat Tarzisius Caviezel schaffte die Wiederwahl nicht, sein Sitz holt der Grünliberale Josias Gasser. Als Nachfolgerin von SP-Nationalrat Andrea Hämmerle kehrt Silva Semadeni in den Nationalrat zurück.

Südostschweiz
Sonntag, 23. Oktober 2011, 21:00 Uhr
Ein nachdenklicher Tarzisius Caviezel.

Chur. – Die Bündner Abordnung im Nationalrat ist praktisch rundum erneuert. Nicht mehr im Nationalrat vertreten ist die FDP, die eine herbe Niederlage erlitt. Tarzisius Caviezel, ihr bisheriger Mann in Bern, muss seinen Sessel räumen. Für ihn zieht der Grünliberale Josias Gasser nach Bern.

Im Gegensatz zu den Wahlen vor vier Jahren büsste die FDP massiv Wähleranteil ein. Kam sie 2007 noch auf einen Anteil von 19,1 Prozent, so wählten am Sonntag nur noch 11,9 Prozent der Bündnerinnen und Bündner FDP.

Enttäuschter Caviezel

Gefasst, aber enttäuscht reagiert FDP-Nationalrat Tarzisius Caviezel auf seine drohende Abwahl. «Das sich abzeichnende Resultat ist eine Enttäuschung für mich», erklärt er gegenüber «suedostschweiz.ch». Er müsse jetzt analysieren, ob seine Abwahl mit seinem Wahlkampf zu tun gehabt oder ob es an der FDP Graubünden gelegen habe, so Caviezel weiter.

«Man muss sich dem Wettbewerb stellen. Es gibt immer Sieger und Verlierer. Vor vier Jahren war ich auf der Gewinnerseite, heute auf der Verliererseite.» Ausserdem tönte er an, dass er eine Kandidatur für den Bündner Regierungsrat nicht ganz ausschliesse.

GLP und SVP sind die Sieger

Die Sieger der Nationalratswahlen 2011 sind die Grünliberalen und die neue SVP. Für die Grünliberalen zahlte sich die Listenverbindung mit der SP, der Juso und der Verda aus. So erreichte die GLP bei ihren ersten nationalen Wahlen einen Wähleranteil von knapp 8,3 Prozent – und wegen der Listenverbindung eroberte Josias Gasser gleich einen Nationalratssitz.

Ebenso zu den Siegern zählt die SVP, die sich in Graubünden nach dem Rauswurf vor vier Jahren durch die nationale Partei neu aufstellen musste. Kam die damalige SVP 2007 auf 34,7 Prozent, so erreichte die neue SVP mit ihren verschiedenen Listen dieses Jahr knapp 25 Prozent. Sie schickt nun den früheren Chef der Bündner Fremdenpolizei, Heinz Brand, nach Bern. Dieser übernimmt damit einen der beiden Sitze der BDP, jenen von Brigitta M. Gadient. Die BDP ist in den kommenden vier Jahren mit ihrem bisherigen Hansjörg Hassler vertreten, der mit 21 421 Stimmen das beste Resultat aller Bündner Kandidaten erzielte.

Ergänzt wird die Bündner Nationalratsdelegation von Martin Candinas, der neu den CVP-Sitz von Sep Cathomas einnimmt. Und für den abtretenden SP-Nationalrat Andrea Hämmerle nimmt Silva Semadeni den Sitz ein. (rem)

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