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Jetzt ermittelt die Bündner Kantonspolizei wegen gloria.tv

Die Kantonspolizei Graubünden untersucht, ob gloria.tv strafbare Handlungen begangen hat. Die Zeit von Reto Nay als Pfarrer in Sedrun ist derweil abgelaufen. Nay ist aber offenbar untergetaucht.

Südostschweiz
Donnerstag, 14. März 2013, 20:00 Uhr
gloria.tv.

Chur/Sedrun. – «Wir untersuchen, ob sich gloria.tv strafrechtlich etwas hat zuschulden kommen lassen», bestätigte Thomas Hobi, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, am Donnerstag auf Anfrage. Welche Straftatbestände möglicherweise erfüllt seien, sei Gegenstand der Abklärungen. Denkbar ist, dass gloria.tv durch die Verwendung von Hakenkreuzen gegen die Rassismus-Strafnorm verstossen hat. Hobi wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Es sei im übrigen das erste Mal, dass die Kantonspolizei mit gloria.tv sowie seinen Macherinnen und Machern zu tun habe, betonte Hobi. Im Zusammenhang mit den Untersuchung und dem anschliessenden Verbot des gloria.tv nahestehenden Portals kreuz.net habe es keine Kontakte zum deutschen Verfassungsschutz gegeben.

Huonder hofft auf Nays Abgang

Klar ist dagegen, dass Reto Nay, Mitbegründer von gloria.tv, nicht mehr als Pfarrer in Sedrun arbeiten wird. Der Vorstand der Kirchgemeinde habe ihm am Mittwochabend eröffnet, das Arbeitsverhältnis auflösen zu wollen, erklärte Präsident Leci Brugger gegenüber der «suedostschweiz.ch». Allerdings kann der Vorstand Nay nicht entlassen; der Churer Bischof Vitus Huonder hofft nun auf eine freiwillige Demission des Priesters. Sollte Nay, der am Donnerstag auch für das Bistum nicht erreichbar war, nicht freiwillig abtreten, will Huonder laut Bistumssprecher Giuseppe Gracia prüfen, ob er ihm die kirchliche Beauftragung entziehen soll.

So oder so wird Nay nicht mehr in der Kirche von Sedrun predigen, wie Brugger betonte. Bereits für nächsten Sonntag habe man einen Ersatz organisiert («suedostschweiz.ch» berichtete). (obe)

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