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Politik

In Chur ist bald jeder Zweite ein Rentner

Bis in 20 Jahren ist beinahe die Hälfte der in Chur lebenden Menschen älter als 65 Jahre. Das verursacht Kosten in Millionenhöhe.
Philipp Wyss
10.12.2017, 04:30 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Der Anteil der Bevölkerung in Chur, die älter ist als 65 Jahre, wird bis ins Jahr 2035 gemäss Prognosen auf 45 Prozent ansteigen. Dies geht aus dem «Churer Alterskonzept 2025» hervor.

So steht die Stadt in den nächsten 20 Jahren vor der Herausforderung, die Pflege und Betreuung bei stark steigender Nachfrage zu sichern und die Kosten im Griff zu behalten. Aktuell rechnet sie mit Mehrausgaben an die stationäre Pflege von mehr als zehn Millionen Franken.

Rückgang ab 2040

Gleichzeitig sollte in dieser Zeit kein Überangebot geschaffen werden, weil in den Jahren ab 2040 wieder mit einem Rückgang der betagten Bevölkerung gerechnet werden kann.

Patrik Degiacomi, Vorsteher des Departements Bildung, Gesellschaft und Kultur, möchte in erster Linie die Belastung des städtischen Finanzhaushalts begrenzen, wie er auf Anfrage sagte. «Die grösste kostensenkende Wirkung erreichen wir, wenn Seniorinnen und Senioren möglichst lange in ihrem angestammten Umfeld leben können und ein vorzeitiger Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim vermieden werden kann», so Degiacomi weiter.

Lokale Hilfen bereitstellen

Dies bedeute aber auch, dass die Stadt gegebenenfalls lokal etwas unternehmen müsse, teilweise banale Sachen. Degiacomi macht ein Beispiel: Fehlt auf dem Weg zwischen einer Wohnung und einem Einkaufsladen eine Sitzbank, kann der Einkauf für ältere Menschen zur Belastung oder gar verunmöglicht werden. Laut Degiacomi sind es oftmals solch kleine Sachen, die älteren Menschen das Leben erleichtern können.

Nun will die Stadt innerhalb der Bevölkerung den Puls fühlen: Am Mittwoch, 13. Dezember, stellen Stadtrat Degiacomi und Enrico Stehr, Leiter der Fachstelle Alter und Gesundheit, ab 17.30 Uhr in der Aula des Schulhauses Rheinau, das Alterskonzept vor. Anschliessend gibt es eine Diskussion und einen Apéro.

Wie viele Leute kommen?

Degiacomi will an dieser Veranstaltung einerseits den Puls der Bevölkerung fühlen. Er hofft dabei, auch auf Dinge aufmerksam gemacht zu werden, die im Alterskonzept noch fehlen. Andererseits möchte er der Bevölkerung aufzeigen, was die Stadt in diesem Bereich unternimmt.

Gänzlich unklar ist, wie viele Personen an der Veranstaltung teilnehmen werden. Degiacomi sagt, er könne das nicht abschätzen, man habe sich auf ein mittleres Szenario eingestellt. «Vielleicht müssen wir dann ein nächstes Mal die Stadthalle oder das Hallenstadion mieten. Oder auch nur ein kleines Restaurant.»

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