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Gemeinde investiert weiter im grossen Stil

Die Jahresziele, der Finanzplan und das Budget der Gemeinde gehen Hand in Hand. Schwerpunkte für 2023 sollen sein: «Nachhaltig, digital, vielfältig, traditionsbewusst . . . und rundum à jour.»

Barbara
Gassler
07.12.22 - 07:08 Uhr
Politik
Auf dem «Flugplatz» soll zukünftig Schneesicherheit mittels Beschneiung gewährleistet sein.Im Bild «Blick-Langläufer» von vergangener Woche.
Auf dem «Flugplatz» soll zukünftig Schneesicherheit mittels Beschneiung gewährleistet sein.Im Bild «Blick-Langläufer» von vergangener Woche.
DDO/Andri Flury

So zumindest beschreibt der Kleine Landrat (KL) seine Stossrichtung, die er anlässlich der nächsten Sitzung dem Parlament vorlegen wird. Während der Grosse Landrat (GL) die Legislaturziele lediglich zur Kenntnis nehmen kann, hat er die Befugnis, beim Budget steuernd einzugreifen. Entsprechend gibt sich der KL grosse Mühe, seine Ziele zu erklären und die finanziellen Folgen aufzuzeigen. Dazu gehört auch der auf die Jahre 2023 bis 2027 ausgelegte Finanzplan. Es stellt die Ausgaben in einen grösseren Kontext und kann auch die Finanzen sich über mehrere Jahre hinziehender Projekte darstellen. Auch der Finanzplan wird dem GL zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Der KL habe sich zum Ziel gesetzt, «Davos weiterzuentwickeln und die bestehende Infrastruktur à jour zu halten sowie die alternative Energieversorgung voranzutreiben, aber gleichzeitig einen Schuldenanstieg zu vermeiden». Ausgenommen ist dabei explizit das Generationenprojekt «Neugestaltung Zentrum Dorf» mit der Verschiebung des Bahnhofs im Zentrum. Dieses Generationenprojekt könne nicht mit den laufenden Einnahmen, sondern müsse über Fremdkapital finanziert werden. Total dürfte das Gesamtprojekt auf 250 Millionen Franken zu stehen kommen. Allerdings habe die Gemeinde nur einen Teil dieses Betrages zu stemmen, da die Kosten unter den vier Projektpartnern aufgeteilt würden. Dabei handelt es sich neben der Gemeinde um die Rhätische Bahn, die Davos Klosters Bergbahnen und die ­Immobiliengenossenschaft Konsum. Der zum jetzigen Zeitpunkt grob geschätzte Anteil wird mit 88 Millionen Franken angegeben. Das sei angesichts des grossen Mehrwerts auch für kommende Generationen jedoch vertretbar, schreibt der KL. Bis im Herbst des kommenden Jahres will die Gemeinde die Planungsarbeiten soweit vorangetrieben haben, dass sie mit einer Vorlage an das Stimmvolk gelangen kann. Dieses soll nicht nur eine grundsätzliche Aussage zum Projekt machen, sondern ausserdem über eine Bürgschaft über 20 Millionen Franken an eine zusammen mit den Projektpartnern zu gründende Aktiengesellschaft zur Realisierung der Einstellhalle befinden. Grundlage dieses Konzepts sei die Vorgehensweise in einer anderen Bündner Tourismusgemeinde, begründet der KL den Vorschlag. «Es handelt sich also um einen praxiserprobten Ansatz, der die Zusammenarbeit zwischen wichtigen Playern auf dem Platz Davos stärken wird.»

Steuersenkung frühestens 2025

Ohne das Generationenprojekt resultiere in der aktuellen Finanzplanung kein Schuldenanstieg, rechnet der KL weiter vor. Dennoch müsse der aktuelle Steuerfuss bis mindestens 2024 beibehalten werden. Dies wegen der Auswirkungen der Energiekrise und der Teuerung. Alleine wegen der Ersteren würden im Budget 2023 Mehraufwände von 2,385 Millionen Franken und Mindereinnahmen von 2,45 Millionen Franken ausgewiesen. Dennoch schlägt er auf 2025 eine Senkung des Steuerfusses von gegenwärtig 103 auf 99 Prozent der einfachen Kantonssteuer vor.

Zahlreiche Investitionen

Der Finanzplan zeigt auch die von der öffentlichen Hand vorgesehenen Investitionen auf und gibt einen Vorgeschmack auf zu erwartende Projekte. Bereits aufgegleist ist der Zwischenbau Schulzentrum Platz. Für Schulliegenschaften insgesamt sollen knapp 6 Millionen Franken aufgewendet werden. In Strassen und Plätze werden fast 19 und in die Wasserver- und Abwasserentsorgung fast 39 Millionen Franken investiert. Für touristische Infrastrukturen sind 25,2 Millionen Franken vorgesehen.

Interessante Projekte

Dabei stechen einige interessante Vorhaben ins Auge. So sollen in den nächsten Jahren sowohl die 1998 erstellte Beschneiungsanlage auf der Nachtloipe als auch die wenig energieeffiziente Beleuchtung ersetzt werden. Ausserdem ist vorgesehen, bis in drei Jahren auch die zentrale Flugplatz-Loipe künstlich zu ­beschneien. Bereits nächstes Jahr umgesetzt werden soll hingegen der Ausbau der PV-Anlagen bei der Trainingshalle Eisbahn und beim Langlaufzentrum. Erweitert werden soll in zwei Jahren ausserdem das Solarfaltdach über der ARA ­Gadenstatt. Zur besseren Verwertung der Energieproduktion daraus sollen bereits nächstes Jahr Investitionen in den Gasspeicher und den Faulturm vorgenommen werden. Kosten kommen auch bei der Spitalliegenschaft auf die Gemeinde zu. Dort sei von 2024 bis 2028 mit bedeutenden Sanierungsausgaben zu rechnen, avisiert der KL weiter und setzt diesen Betrag auf fast 10 Millionen Franken an. Auch hier sei die Planungsunsicherheit noch hoch, und belastbare Zahlen seien erst nächstes oder übernächstes Jahr zu erwarten.

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