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Gemeinde Glarus setzt auf eine Weihnachtsbeleuchtung «light»

Der Gemeinderat von Glarus hat im Oktober beschlossen, auf die Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Ganz dunkel bleibt es im Advent trotzdem nicht.

Südostschweiz
21.11.22 - 11:41 Uhr
Politik
Er leuchtet auch dieses Jahr: Die Gemeinde Glarus will trotz Energiemangellage mit Christbäumen und Laternen Weihnachtsstimmung verbreiten.
Er leuchtet auch dieses Jahr: Die Gemeinde Glarus will trotz Energiemangellage mit Christbäumen und Laternen Weihnachtsstimmung verbreiten.
Archivbild

Ein Projektteam mit Vertretenden aus Gewerbe, Detailhandel und Innenstadtentwicklung hat Ersatzmassnahmen für die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung erarbeitet. Wie die Gemeinde Glarus schreibt, wird die Beleuchtung weniger lange eingeschaltet. Das bezieht sich sowohl auf das Datum als auch auf die Dauer pro Tag. Die Beleuchtung wird vom 1. Advent bis Silvester beleuchtet. Den Tag durch werden die Adventsfenster maximal von 17 bis 21 Uhr beleuchtet, erklärt Shana Spichtig von der Gemeinde Glarus auf Anfrage.

Dem Gemeinderat sei es im Rahmen der drohenden Energieknappheit nach wie vor ein wichtiges Anliegen, eine Vorbildfunktion wahrzunehmen und Strom zu sparen, auch bei der traditionellen Weihnachtsbeleuchtung, heisst es in der Mitteilung.

Kerzen, weil Strom und nicht Energie gespart werden soll

Bei der Adventsbeleuchtung kommen energieeffiziente Leuchtmittel zum Einsatz. In Netstal, Riedern, Glarus und Ennenda werden Christbäume aufgestellt, die mit LED-Lichterketten beleuchtet werden. Die Bäume stammen aus der Schweiz.

Die Gemeinde stellt den Detaillisten und Gewerbetreibenden entlang der Hauptverkehrsachsen 100 Laternen mit Kerzen zur Verfügung. Die Kerzen stehen zur besseren Sichtbarkeit auf Holzsockeln, die aus heimischen Wäldern stammen. Es handle sich dabei um Abfallholz.

In verschiedenen anderen Orten der Schweiz sind Kerzen als Ersatz für Beleuchtungen schon kritisch betrachtet worden. Der Grund dafür ist, dass Kerzen eine deutlich schlechtere Energieeffizienz aufweisen als LED-Beleuchtung. Und je nach Herstellungsart auch noch zum grössten Teil aus Erdöl bestehen.

Ist man also bei der Gemeinde Glarus ein schlechtes Vorbild zum Stromsparen? Nein, ergänzt die Kommunikationsverantwortliche Shana Spichtig. «Das Ziel ist es, in den versorgungskritischen Wintermonaten nicht einen direkten Stromverbrauch zu verursachen.» Die Laternen würden für weihnachtliche Stimmung in Glarus sorgen ohne einen solchen direkten Stromverbrauch zu verursachen. Zudem stammten die Kerzen aus Schweizer Produktion von der Firma Hongler Kerzen AG in Altstätten.

Adventsfenster in Netstal und Ennenda

In den Schulhäusern in Netstal und Ennenda haben die Schülerinnen und Schüler Adventsfenster gebastelt. Weil aus Sicherheitsgründen keine Kerzen eingesetzt werden können, werden auch diese mit LED-Lampen von innen beleuchtet. Die Dauer der Beleuchtung wird jedoch gegenüber den Vorjahren auf wenige Stunden pro Tag reduziert, heisst es in der Mitteilung.

(mitg/sdü)

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