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Freie Bahn für «Acla da Fontauna»-Hotel

Das Resort am Standort des leer stehenden Aparthotels «Acla da Fontauna» in Disentis kann realisiert werden. Die vom Verwaltungsgericht abgelehnte Helvetia-Nostra-Beschwerde wird nicht weitergezogen.

Jano Felice
Pajarola
06.12.21 - 10:00 Uhr
Politik
Die Ruine kann weg – aber mit Vorsicht: Das frühere Intersoc-Hotel in Disentis ist mit Asbest belastet.
Die Ruine kann weg – aber mit Vorsicht: Das frühere Intersoc-Hotel in Disentis ist mit Asbest belastet.
Archivbild

Gemeindepräsident René Epp machte die Botschaft am Samstag unter anderem mit einem Post auf Facebook publik. «Seit heute ist klar: Das neue Hotel auf dem Acla-da-Fontauna-Areal kann endlich gebaut werden», so Epp. «Eine sehr positive Nachricht für die fortschrittliche Entwicklung in unserer Destination Disentis-Sedrun-Andermatt.» Auslöser für die Freude ist der Umstand, dass die Organisation Helvetia Nostra darauf verzichtet, ein Urteil des Verwaltungsgerichts Graubünden zum Resortprojekt nach Lausanne weiterzuziehen. Dies bestätigte Helvetia-Nostra-Präsidentin Vera Weber am Wochenende auch gegenüber Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR).

Helvetia Nostra hatte gegen die Baubewilligung der Gemeinde für das Resort Einsprache und schliesslich Beschwerde vor Verwaltungsgericht erhoben, in erster Linie wegen der 30 unbewirtschafteten Zweitwohnungen, die neben einem 200-Betten-Hotel und rund 60 bewirtschafteten Zweitwohnungen auf dem Areal entstehen sollen. Ausserdem waren Gründe des Landschaftsschutzes, eine angeblich nicht garantierte Finanzierung des Projekts und das Fehlen eines Architekturwettbewerbs ins Feld geführt worden. Das Gericht wies die Beschwerde nun mit Urteil vom 26. Oktober ab. Auf dessen Weiterzug verzichte Helvetia Nostra, weil man die eigenen finanziellen und personellen Ressourcen gut einsetzen müsse, so Weber gegenüber RTR.

Problematische Stoffe

Die Bauherrin Immo Invest Partner AG aus Glattbrugg hatte eine Abweisung der Beschwerde schon im September 2020 erwartet. Der zuständige Baumanagementleiter Fredy Ganz hatte damals gegenüber der Redaktion erklärt, man sei zuversichtlich, dass das Urteil im Sinne der Baubewilligung ausfallen werde. Den Gerichtsentscheid hatte er sich allerdings bis Ende 2020, den Baustart für das rund 100 Millionen Franken teure Vorhaben im Jahr 2021 erhofft.

Bereits bekannt ist, dass die französische Accor-Gruppe mit ihrer Tochter Mövenpick als Betreiberin im Resort einsteigen will. Als erster Schritt muss jetzt aber das leer stehende frühere Intersoc-Aparthotel «Acla da Fontauna» abgebrochen werden. Dabei ist baulich wie auch finanziell ein besonderer Aufwand nötig: Das Gebäude ist mit Asbest belastet.

Jano Felice Pajarola berichtet seit 1998 für die «Südostschweiz» aus den Regionen Surselva und Mittelbünden. Er hat Journalismus an der Schule für Angewandte Linguistik in Chur und Zürich studiert und lebt mit seiner Familie in Cazis, wo er auch aufgewachsen ist. Mehr Infos

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