Drohungen im Ragazer Abstimmungskampf
Mit 1490:780 Stimmen haben die Stimmberechtigten von Bad Ragaz der Dorfkernumfahrung an der Urne eine deutliche Abfuhr erteilt. «Die Variante 'Mühlerain' ist nun vom Tisch, die Chance einer raschen Dorfaufwertung vertan», sagte Gemeindepräsident Daniel Bühler in einer ersten Stellungnahme. «Das Resultat ist bei einer hohen Stimmbeteiligung sehr deutlich ausgefallen.»
In Ragaz waren sich Gegner und Befürworter zwar einig, dass der Dorfkern vom Verkehr entlastet werden soll. Für die vom Kanton vorgelegte Variante «Mühlerain» fand sich aber keine Mehrheit. Bühler glaubt, dass ein Teil der Bevölkerung der Ansicht war, es sei gut so, wie es ist, diese Entlastungsvariante «Mühlerain» brauche es nicht. Und ein Teil bevorzugte die Variante (Vision) «Rosenbergli», die aber diesen Sonntag nicht zur Debatte stand.
Nun müsse man in Bad Ragaz schauen, wie es weitergeht. Konkret: Was die Gemeinde in das 17. Strassenbauprogramm des Kantons eingeben möchte.
Ein trauriger Nebenaspekt der Abstimmung war für den Gemeindepräsidenten, dass der Abstimmungskampf aggressiv geführt wurde. «Es wurden Leute massiv angegriffen und bedroht. Das zerrte an der Substanz. Und das sind nicht die Erwartungen, die ich an einen demokratischen Prozess habe», so Bühler. «Wir müssen Bad Ragaz gemeinsam weiter bringen, persönliche Angelegenheiten müssen hinten anstehen.»