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Die Gegenwart ist erfreulich, die Zukunft aber ungewiss

Die Gegenwart ist erfreulich, die Zukunft aber ungewiss

In Graubünden besteht eine grosse Medienvielfalt – ausser auf Italienisch. Zudem stehe die Medienbranche unter Druck, warnt ein neuer Bericht.

Olivier
Berger
13.01.22 - 18:17 Uhr
Politik
Auf allen Kanälen: Die Grundversorgung mit lokalen Informationen ist in Graubünden laut einem Bericht sichergestellt.
Bild Livia Mauerhofer

In Graubünden ist die «tägliche Grundversorgung jeder Region mit neuen, lokalen Informationen sichergestellt». Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, welchen das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen sowie das Institut für Multimedia Production der Fachhochschule Graubünden im Auftrag der Bündner Regierung erarbeitet haben. Der Grosse Rat hatte die Erstellung eines Medienberichts im Juni 2018 gefordert.

Konkret bestehen im Kanton laut dem Bericht 29 Medienangebote, welche «zur Informations- und Medienvielfalt beitragen» würden. Es handelt sich dabei um 3 Tages- und 13 Wochenzeitungen, 7 Onlineportale sowie je 3 Radio- und TV-Sender. 26 der 29 Angebote werden von je 5 Unternehmen und Stiftungen mit Sitz im Kanton herausgegeben; die übrigen 3 Medien werden ausserhalb Graubündens produziert, erscheinen aber ausschliesslich im Kanton oder haben ein Bündner Fenster.

Unabhängig geblieben

Den noch vorhandenen Bündner Medienunternehmen sei es gelungen, unabhängig zu bleiben, so die Verfasserinnen und Verfasser des Berichts. «Dies trotz intensiver, interkantonaler Konzentrationsprozesse der regionalen Medien sowie trotz der Strukturkrise der Medien und des spezifischen Marktumfelds mit vergleichsweise wenigen Bewohnern und der Dreisprachigkeit.»

Gerade was die Medienlandschaft in den drei Sprachregionen angeht, ortet der Bericht aber Unterschiede. In Deutschbünden falle auf, «dass die vorhandenen Medientitel über alle Kanalformate hinweg bei der Somedia AG als Eigentümerin konzentriert sind». Somedia ist auch Herausgeberin dieser Zeitung.

Im romanisch- und im italienischsprachigen Teil des Kantons werden je sechs Medienangebote gezählt. Allerdings wird das bestehende Angebot an regionalen und lokalen Informationen von Radiotelevisione Svizzera (RSI) als ungenügend erachtet. «Ähnlich negativ wird auch der regionale italienischsprachige Beitrag von Somedia bewertet». so der Bericht. Ausserdem fehlt in Italienischbünden eine eigene Tageszeitung. Im Unterschied dazu trage im romanischen Sprachgebiet die «Quotidiana» «als einzige rätoromanische Tageszeitung wesentlich zur täglichen Informationsvielfalt bei».

Unterstützung ist notwendig

Die Medien sind aber auch in Graubünden im Umbruch, besonders wegen des veränderten Verhaltens der Nutzerinnen und Nutzer. «Insbesondere die regionalen Medien sind somit gezwungen, sowohl klassische Medienangebote aufrechtzuerhalten und sich gleichzeitig durch digitale Innovationen und Transformation für eine digitale Zukunft zu wappnen», heisst es dazu im Bericht. Dieser soll der Regierung als Grundlage für die künftige Förderung der Bündner Medien dienen.

Den Fokus bei der Medienförderung will der Kanton weiterhin in erster Linie «auf die Bedürfnisse der beiden kantonalen Sprachminderheiten legen», wie die Regierung in einer Mitteilung schreibt. So solle das zuständige Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement der Regierung einen Vorschlag unterbreiten, wie die mediale Versorgung in Italienischbünden gestärkt werden könne.

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