Das wissen wir über die Brandkatastrophe in Crans-Montana
Beim Brand in der Bar «Le Constellation» sind in der Silvesternacht rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Ausserdem sind 115 Personen verletzt worden. Was bisher bekannt ist und was nicht:
Beim Brand in der Bar «Le Constellation» sind in der Silvesternacht rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Ausserdem sind 115 Personen verletzt worden. Was bisher bekannt ist und was nicht:
02.01.26 - 18:12 Uhr
Politik
Nach dem verheerenden Brand in einer Bar im Walliser Ferienort Crans-Montana mit rund 40 Toten und 115 Verletzten sind noch viele Fragen offen - vor allem zu den Hintergründen. Was bisher bekannt ist und was nicht:
Was wir wissen
- Das Unglück: In der Silvesternacht ist es im Walliser Ferienort Crans-Montana zu einem schweren Brand in der Bar «Le Constellation» gekommen. Diese hatte nach eigenen Angaben eine Kapazität von 300 Plätzen.
- Die Opfer: Nach Behördenangaben sind bei dem Feuer 40 Menschen ums Leben gekommen. 119 wurden nach neustem Kenntnisstand verletzt, darunter 71 Schweizer, 14 französische und 11 italienische Staatsangehörige. Am Freitagabend waren noch nicht alle Verletzten identifiziert. Viele Menschen erlitten schwere Verbrennungen und kämpfen im Spital um ihr Leben. Rund 60 Patientinnen und Patienten befinden sich in Walliser Spitälern, Dutzende weitere in anderen Schweizer Spitälern, darunter in den beiden Verbrennungszentren in Zürich und Lausanne. Mehrere Länder zeigten sich bereit, Verletzte zur Pflege zu übernehmen, darunter Polen und Frankreich.
- Die Uhrzeit: Nach Angaben der Kantonspolizei Wallis brach das Feuer gegen 1.30 Uhr aus.
- Die Hintergründe: Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus.
- Die Ursache: Laut Staatsanwaltschaft deutet alles darauf hin, dass das Feuer von Bengalkerzen ausging, die auf Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke kamen. So habe sich das Feuer sehr schnell zu einem Brand entwickelt, sagte Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud am Freitag vor den Medien. Die Ermittlungen laufen ihr zufolge weiter auf Hochtouren. Unter anderem werde man sich mit den Umbauten, den Betriebsgenehmigungen und den Sicherheitsvorkehrungen befassen. Mehrere Personen seien befragt worden, darunter die beiden französischen Barbetreiber. Wenn es um die Verantwortung von noch lebenden Personen gehe, könnte eine strafrechtliche Untersuchung wegen fahrlässiger Brandstiftung, fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet werden, sagte Pilloud.
- Der Brand: Die Walliser Behörden sprechen von einem plötzlichen Brand, einem so genannten Flashover. Dieses sich plötzlich ausbreitende Feuer habe eine oder mehrere Explosionen ausgelöst. Unter einem Flashover wird der schlagartige Übergang von einem lokal begrenzten Feuer zu einem Vollbrand verstanden. Ein Brand kann beispielsweise bei einem Gerät in einem Raum beginnen. Staut sich Hitze an der Decke eines Raumes, breiten sich Rauchgase im Raum aus, und es wird sehr schnell mehrere hundert Grad heiss. Das kann dazu führen, dass schlagartig weitere brennbare Gegenstände gleichzeitig zu brennen beginnen und sich die Flammen rasend schnell ausbreiten. Ist es soweit, ist ein Überleben kaum noch möglich. Die Situation ist auch für ausgerüstete Feuerwehrleute lebensgefährlich.
- Die Rettungsarbeiten: Laut der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) standen nach dem Brandalarm in der Nacht zehn Helikopter, 40 Ambulanzen und über 150 medizinischen Rettungskräfte im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und in die verschiedenen Spitäler zu transportieren.
- Internationale Unterstützung: Bundespräsident Guy Parmelin sprach am Neujahrstag den Helferinnen und Helfern seine Anerkennung aus. Weiter dankte er allen Ländern, die den Schweizer Behörden ihre Unterstützung zusicherten. Italiens Aussenminister Antonio Tajani reiste am Freitag ins Wallis und lobte vor Ort die Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden.
- Die Reaktionen: Die Fahnen auf dem Bundeshaus wurden für fünf Tage auf Halbmast gesetzt. Verschiedene Kantone und Städte folgten dem Beispiel. Am Samstag wird der Bund auf seiner Webseite ein Kondolenzbuch aufschalten. Der Europarat in Strassburg setzte als Geste der Solidarität und Trauer die Schweizer Flagge auf Halbmast. In Crans-Montana nahmen am Neujahrsabend rund 400 Personen an einer Messe zu Ehren der Opfer der Brandkatastrophe teil. Auch am Freitag gedachten zahlreiche Passanten am Rand des komplett abgeriegelten Quartiers der Opfer. Am 9. Januar ist in Crans-Montana eine Feier zu Ehren der Verstorbenen und Verletzten geplant. Der verheerende Brand sorgte auch international für Bestürzung; zahlreiche Länder bekundeten ihre Solidarität mit der Schweiz.
Was wir nicht wissen
- Die Identität der Opfer: Über die Identität der Todesopfer ist noch wenig bekannt. Bestätigt wurden erst einzelne Namen, so gehört etwa der 16-jährige italienische Golfer Emanuele Galeppini zu den Verstorbenen. Die Identifizierung aller Todesopfer werde noch Zeit in Anspruch nehmen, hiess es am Freitag.
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