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Stoltenberg warnt nach Trump-Aussagen vor Sicherheitsrisiken

Nach Äusserungen von US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg vor Andeutungen gewarnt, dass Alliierte ihrer Beistandspflicht bei einem Angriff nicht nachkommen könnten. «Jede Andeutung, dass die Verbündeten sich nicht gegenseitig verteidigen werden, untergräbt unsere gesamte Sicherheit, einschliesslich der der USA», sagte Stoltenberg am Sonntag.

Agentur
sda
11.02.24 - 17:41 Uhr
Politik
Jens Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, spricht bei einer Medienkonferenz im NATO-Hauptquartier. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
Jens Stoltenberg, Generalsekretär der NATO, spricht bei einer Medienkonferenz im NATO-Hauptquartier. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa
Keystone/AP/Virginia Mayo

Dies bedeute ein höheres Risiko für amerikanische und europäische Soldaten. Er erwarte, dass die USA unabhängig davon, wer die Präsidentschaftswahl gewinnt, ein starker und engagierter Nato-Verbündeter blieben. Trump möchte sich bei der Abstimmung im November erneut für die Republikaner zur Wahl stellen.

Der ehemalige US-Präsident hatte bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat South Carolina gesagt, der «Präsident eines grossen Landes» habe ihn einmal gefragt, ob die USA dieses Land auch dann noch vor Russland beschützen würden, wenn es die Verteidigungsausgaben nicht zahle. Er habe geantwortet: «Nein, ich würde euch nicht beschützen.» Vielmehr noch: Er würde Russland «sogar dazu ermutigen, zu tun, was auch immer zur Hölle sie wollen». Es war dabei unklar, ob es jemals so ein Gespräch zwischen Trump und einem Staatschef gegeben hat, denn der Republikaner sagte auch: «Nehmen wir an, das ist passiert.»

Stoltenberg betonte am Sonntag, die Nato sei bereit und in der Lage, alle Bündnispartner zu verteidigen. «Jedem Angriff auf die Nato wird mit einer vereinten und energischen Antwort begegnet», sagte der Norweger.

EU-Ratspräsident Charles Michel kritisierte, dass «rücksichtslose Äusserungen» über die Sicherheit der Nato nur den Interessen des russischen Präsidenten Wladimir Putin dienten. Es sei notwendig, dass die EU unabhängiger werde, in ihre Verteidigung investiere und zusammenstehe.

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