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Arbeitskampf in Genf geht weiter

Laborantinnen und Laboranten sowie das Reinigungspersonal des Universitätsspitals Genf (HUG) sind am Mittwochmorgen vor dem Regierungsgebäude aufmarschiert. Empfangen wurden sie vom Genfer Staatsrat aber nicht. Seit rund einer Woche sind sie im Streik.

Südostschweiz
Mittwoch, 16. November 2011, 21:40 Uhr
Am Genfer Universitätsspital wird gestreikt (Archiv).

Genf. – «Wir verlangen nur eines: Verhandlungen», sagte Yves Mugny, Zentralsekretär des Schweizerischen Verbands des Personals öffentlicher Dienste (vpod), vor den rund 150 bis 200 Streikenden.

Das Labor- und Reinigungspersonal des HUG verlangt eine Neubewertung seiner Löhne, wie sie bei den anderen Berufsgattungen bereits erfolgt ist. Aufgrund des Schweigens der Genfer Regierung in dieser Angelegenheit verschärfte der vpod am Montag seine Gangart.

Das Laborpersonal beschloss, die Laborresultate nicht mehr zu interpretieren, sondern dies der nächsten Hierarchiestufe zu überlassen. Zeigt sich die Genfer Regierung am Donnerstag nicht gesprächsbereit, wollen die Streikenden weitere Massnahmen ergreifen.

Am Dienstag beschloss die Spitalleitung, wegen Gefährdung des Lebens Anzeige zu erstatten. Dringende Laborergebnisse seien den zuständigen Pflegeteams erst nach mehreren Stunden ausgehändigt worden, hiess es seitens der Direktion. Solche Vorfälle stellten eine konkrete Gefährdung des Lebens von Patienten dar.

Die Spitalleitung gibt sich zudem besorgt über die angekündigte Blockierung des Laboratoriums für Immunologie und Transfusionen am Donnerstag.

Das Personal habe sich trotz des Streiks so organisiert, dass die notwendigen Arbeiten garantiert seien, sagte Mugny. Angesprochen auf die für Donnerstag angekündigte Blockierung sagte der Gewerkschafter, das HUG habe genügend Blut. Zudem könne sich das Spital bei anderen Blutspendediensten in der Schweiz mit Blut versorgen.

Ihren Ausstand beendet haben am Mittwoch die Pflegehelferinnen und -helfer am HUG. Sie konnten sich mit der Kantonsregierung auf eine Neubewertung ihrer Löhne einigen. Den Kanton wird die Vereinbarung 3,9 Millionen Franken kosten. Sie tritt im Januar in Kraft und betrifft rund 1100 Angestellte.

Die Vereinbarung könne Lohnerhöhungen von bis zu 282 Franken pro Monat bewirken, sagte Manuela Cattani von der Gewerkschaft SIT. Während die SIT sich hinter den Vertrag stellt, lehnt der vpod ihn ab. Er hätte statt einer Aufwertung um eine Lohnklasse eine solche um zwei Klassen gewünscht. (sda)

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