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Nicht alle Parteien sind zufrieden

Nicht alle Parteien sind zufrieden

Der Bundesrat hat am Freitag vorgeschlagen, dass Coronatests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig sein sollen. Das kommt nicht bei allen Parteien gut an.

Jasmin
Schnider
vor 3 Wochen in
Politik
Coronatests wie dieser hier sollen ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden. 
Bild Archiv

Ursprünglich wollte der Bundesrat, dass Coronatests ab dem 1. Oktober nicht mehr gratis angeboten werden. An seiner Sitzung vom Freitag hat er jedoch vorgeschlagen, die Frist um zehn Tage zu verlängern. Neu sollen Coronatests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig sein. Gratistests für das Zertifikat soll es bis Ende November nur noch für Personen geben, die auf die zweite Impfdosis warten. Diesen Vorschlag hat der Bundesrat in die Konsultation geschickt. 

Enttäuschung bei der Mitte Graubünden

Kevin Brunold, Co-Präsident der Mitte Graubünden, ist nicht wirklich zufrieden mit diesem Vorschlag des Bundesrats. Auf diese zehn Tage komme es nicht an, sagt Brunold im Interview mit Radio Südostschweiz. Es brauche eine gewisse Zeit, um die Impfquote zu steigern und er sei enttäuscht, dass der Bundesrat alle ungeimpften Personen vom sozialen Leben im Herbst ausschliessen wolle. 

Der Bundesrat argumentiert mit den Kosten der Coronatests. Es sei zu teuer, diese weiterhin zu übernehmen. Dafür hat Brunold aber wenig Verständnis: «Bisher fielen sehr viele Kosten aufgrund des Virus an. Die zusätzlichen Kosten der Tests machen da keinen grossen Unterschied mehr.»

Unverständnis bei der SVP Graubünden

Aus der Sicht der SVP Graubünden ist die vorgeschlagene Verlängerung der kostenlosen Coronatests ein Schritt in die richtige Richtung. Wie Parteipräsident Roman Hug gegenüber Radio Südostschweiz erklärt, genügen diese zehn Tage jedoch nicht. Stattdessen fordert er: «Solange die ausgeweitete Zertifikatspflicht gilt, müssen auch die Coronatests gratis bleiben.» 

Die SVP Graubünden wolle eine Spaltung der Bevölkerung verhindern, so Hug. Mit diesem Vorschlag führe der Bundesrat jedoch einen indirekten Impfzwang ein. Besonders junge Personen können sich gemäss Hug Coronatests nicht leisten und sind somit gezwungen, sich zu impfen.

Zufriedenheit bei der SP Graubünden

Mehr hinter dem Entscheid des Bundes stehen kann Andri Perl, Parteipräsident der SP Graubünden. Ganz zufrieden ist jedoch auch er nicht. Er könne damit leben, dass der Bundesrat ungeimpften Personen etwas entgegenkomme. «Letztlich ist eine hohe Impfquote jedoch die einzige Möglichkeit, die Pandemie zu beenden», sagt Perl im Interview mit Radio Südostschweiz. Alles andere sei eine künstliche Verlängerung der Pandemie.

Vom Vorwurf, dass der Bundesrat damit einen indirekten Impfzwang einführe, hält Perl nicht viel. Wer sich gegen die Impfung entscheide, nehme Nachteile in Kauf. «Die Impfung ist jedoch nach wie vor freiwillig und es ist jeder Person selbst überlassen, wie sie sich entscheidet.»

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