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Marokkos Regierungspartei verliert Parlamentswahl deutlich

Die marokkanische Regierungspartei PJD hat bei den Parlamentswahlen eine krachende Niederlage erlitten.

Agentur
sda
09.09.21 - 04:50 Uhr
Politik
Bei den Parlamentswahlen in Marokko hat die Regierungspartei eine krachende Niederlage erlitten.
Bei den Parlamentswahlen in Marokko hat die Regierungspartei eine krachende Niederlage erlitten.
KEYSTONE/AP/Mosa'ab Elshamy

Die seit 2011 regierende gemässigte islamistische Partei für Recht und Gerechtigkeit fällt voraussichtlich von 125 Sitzen auf zwölf Abgeordnete, wie Innenminister Abdelouafi Laftit am frühen Donnerstagmorgen mitteilte. Drei Parteien schnitten demnach besser ab als die PJD.

Laut diesem vorläufigen Wahlergebnis konkurrieren insbesondere die beiden liberalen Parteien Unabhängige Nationalversammlung (RNI) und Partei für Ehrlichkeit und Modernität (PAM) um den Wahlsieg. Die stärkste Fraktion im Parlament stellt in Marokko den Regierungschef, der von König Mohammed VI. ernannt wird. Auch die Mitte-Rechts-Partei Istiqlal landete den Angaben zufolge vor der PJD.

Die Wahlbeteiligung fiel mit knapp über 50 Prozent deutlich höher aus, als bei der letzten Abstimmung vor fünf Jahren. Damals hatten nur 43 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben. Ein Grund für das grössere Interesse dürfte sein, dass erstmals zeitgleich auch Regional- und Kommunalwahlen abgehalten wurden.

Die PJD hatte zuvor Vorwürfe des Wahlbetrugs geäussert. «Wir sind sehr besorgt», teilte sie am Mittwoch mit. «Wir haben mehrere Unregelmässigkeiten festgestellt.» Die Partei berichtete unter anderem von «Bargeldverteilungen» in der Nähe von Wahllokalen und «Verwirrung» bei einigen Wählerverzeichnissen, in denen manche Wähler nicht aufgeführt waren.

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Der Islamismus ist bereits in alle Winkel der marokkanischen Gesellschaft eingesickert. Daher gibt es wenig Hoffnung, dass der Einfluss der Islamisten jetzt signifikant zurückgeht.
Immerhin wurden die Islamisten auf demokratischen Weg abgewählt. Für Marokko ist jetzt das wichtigste, dass die neue Regierung nicht im Sumpf der Korruption steckenbleibt.

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