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Wahlkampf-Endspurt in Deutschland - Laschet baut auf Merz

Die Kanzlerkandidaten machen sich für die letzten drei Wahlkampf-Wochen in Deutschland bereit: SPD-Bewerber Olaf Scholz setzt dabei auf seinen bedächtigen Stil, CDU-Chef Armin Laschet auf ein achtköpfiges «Zukunftsteam».

Agentur
sda
03.09.21 - 18:23 Uhr
Politik
Mit einem achtköpfigen Team um den früheren Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) geht Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in den Wahlkampf-Endspurt. Foto: Christoph Soeder/dpa
Mit einem achtköpfigen Team um den früheren Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) geht Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in den Wahlkampf-Endspurt. Foto: Christoph Soeder/dpa
Keystone/dpa/Christoph Soeder

Einer am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge liegt die SPD mit einem Stimmenanteil von 25 Prozent inzwischen deutlich vor der Konkurrenz. CDU und CSU verharren laut ZDF-«Politbarometer» hingegen bei historisch schwachen 22 Prozent.

Auch im Endspurt des Wahlkampfs möchte Vizekanzler Scholz seiner eher ruhigen Art treu bleiben. «Die Wählerinnen und Wähler wollen niemanden, der grosse Töne spuckt oder schimpft, sondern es geht um die Führung unseres Landes in schwierigen Zeiten», sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Seinem Konkurrenten Laschet warf er vor, Ankündigungen beim Klimaschutz keine Taten folgen zu lassen. Scholz betonte, es werde «nicht von alleine gelingen», Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen. «Und es gelingt ganz sicher nicht mit der CDU und Armin Laschet, dessen Haltung zur Klimapolitik ziemlich wechselhaft ist.»

Laschet präsentierte für die entscheidende Wahlkampfphase unterdessen ein achtköpfiges Team um Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU). Das «Zukunftsteam» solle alle Parteiflügel zusammenhalten und gleichzeitig neue Ideen für die Zukunft liefern, sagte Laschet. Es handle sich um Experten, die etwas anderes machen als «Experimente ideologischer Art».

Zum Team gehören neben Merz und Bär auch der Terrorismusexperte Peter Neumann, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien, die sächsische Kulturministerin Barbara Klepsch, die stellvertretende CDU-Vorsitzende Silvia Breher, Unionsfraktionsvize Andreas Jung sowie der Musikmanager Joe Chialo, der in Berlin-Spandau für ein Bundestagsmandat kandidiert.

Laschet sprach mit Blick auf die Wahl in drei Wochen von einer «Richtungsentscheidung». Mit seinem Team wolle er dafür kämpfen, «dass es am 26. September nicht zu einem linken Bündnis in Deutschland kommt».

Einer Umfrage zufolge wäre den Wählern allerdings ein Linksbündnis lieber als ein unionsgeführtes Dreierbündnis: Nach der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov würde jeder Fünfte eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken voll und ganz oder zumindest eher befürworten. Über eine «Jamaika-Koalition» von CDU/CSU, Grünen und FDP sagt das nur etwas mehr als jeder Achte.

Auch der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans will eine Koalition seiner Partei mit Grünen und Linken weiterhin nicht ausschliessen. «Wir werden mit allen reden, das ist doch wohl normal», sagte er in der ARD. «Wir werden uns doch nicht einer Seite ausliefern, indem wir sagen, mit der anderen reden wir schon gar nicht.» Scholz hatte ein Linksbündnis nicht ausgeschlossen, aber mehrfach betont, dass die Regierungspartner sich unter anderem zur Nato bekennen müssten. Die Linke fordert, dass Deutschland die Nato verlässt. Laut «Politbarometer» hätte ein rot-grün-rotes Bündnis derzeit jedenfalls eine Mehrheit.

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