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Mehr Schutzwald, weniger Waldbiodiversität

Der Glarner Regierungsrat beantragt beim Bundesamt für Umwelt, in der Programmvereinbarung Wald die Teilprogramme Schutzwald und Waldbiodiversität anzupassen.

Südostschweiz
02.09.21 - 04:30 Uhr
Politik
Die Gelder für den Wald sollen anders verwendet werden.
Die Gelder für den Wald sollen anders verwendet werden.
Samuel Trümpy

Die Glarner Regierung hat mit dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) im Februar 2020 die Programmvereinbarung Wald 2020–2024 beschlossen. Das Bafu hat die Kantone ersucht, auf Basis der Motion «Sicherstellung der nachhaltigen Pflege und Nutzung des Waldes» allfällig erforderliche zusätzliche Mittel einzugeben. Es seien Massnahmen zu fördern und finanziell zu unterstützen, die es den Waldeigentümern ermöglichen, einen gesunden, stabilen und klimafitten Wald zu erhalten. 

Änderungen gewünscht

Wie der Kanton Glarus nun mitteilt, sieht er Änderungsbedarf in zwei Teilprogrammen:

Mehrbedarf beim Schutzwald

Gemäss der Programmvereinbarung 2020–2024 sind im Teilprogramm Schutzwald drei Programmziele festgelegt. Eines betrifft den Waldschutz. Der Kanton hat sich zu Leistungen im Umfang von 2,5 Millionen Franken verpflichtet. Nach zahlreichen Stürmen in den Jahren 2018–2020 sind die Schäden durch den Fichtenborkenkäfer massiv gestiegen. Alleine im Jahr 2020 seien für den Waldschutz Kosten von über 3 Millionen Franken angefallen, schreibt der Kanton. Das Ziel soll deshalb angepasst werden. Aufgrund der Prognosen wird beim Bafu ein Mehrbedarf für den Waldschutz von zwei Millionen Franken beantragt. Die zusätzlichen Investitionen für die Mehrleistungen im Schutzwald bedeuten für den Kanton Glarus Mehrausgaben von 1 Million Franken und eine Erhöhung der Bundesbeiträge um 800'000 Franken (2020–2024).

Minderbedarf bei der Waldbiodiversität

Gemäss dem Programmziel Förderung von Lebensräumen und Arten wurde die naturnahe Waldbewirtschaftung auf einer Fläche von 200 Hektaren in Sonderwaldreservaten festgelegt, wie es weiter heisst. Dieses Ziel werde aber voraussichtlich nicht erreicht. Es würden bis 2024 lediglich 80 Hektaren umgesetzt. Die geringeren Investitionen für die Minderleistungen in der Waldbiodiversität bedeuteten für den Kanton Glarus Minderausgaben von rund 880'000 Franken und eine Reduktion der Bundesbeiträge um 480'000 Franken (2020–2024), heisst es weiter.

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