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Abbas trifft Israels Verteidigungsminister Gantz

Abbas trifft Israels Verteidigungsminister Gantz

Erstmals seit Jahren ist Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wieder mit einem ranghohen israelischen Politiker zusammengetroffen.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Politik
ARCHIV - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei einer Pressekonferenz in Berlin. Foto: Kay Nietfeld/dpa
ARCHIV - Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei einer Pressekonferenz in Berlin. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Keystone/dpa/Kay Nietfeld

Verteidigungsminister Benny Gantz habe am Sonntagabend mit Abbas über sicherheitspolitische, zivile und wirtschaftliche Fragen gesprochen, teilte seine Sprecherin in der Nacht zum Montag mit. Gantz habe Abbas gesagt, dass Israel Schritte zur Stärkung der palästinensischen Wirtschaft unternehme.

Bei dem Treffen in Ramallah sei es um eine «Neugestaltung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Lage im Westjordanland und Gazastreifen» gegangen, teilte Gantz bei Twitter mit. Man habe einen weiteren Dialog in den relevanten Fragen vereinbart.

An dem Treffen nahmen nach Angaben der Sprecherin auch der Leiter der israelischen Cogat-Behörde, Ghasan Aljan, sowie der palästinensische Geheimdienstchef Madschid Faradsch teil. Am Ende der Beratungen hätten Gantz und Abbas unter vier Augen gesprochen. Abbas' Berater Hussein al-Scheich, der in der grösseren Runde ebenfalls zugegen war, bestätigte das Treffen in einem Tweet.

Es ist das erste Mal seit rund einem Jahrzehnt, dass ein solches Treffen ranghoher Repräsentanten Israels und der Palästinenser stattfindet. Die Friedensgespräche beider Seiten unter US-Vermittlung liegen seit 2014 brach.

Das Treffen in Ramallah fand kurz nach der Rückkehr des israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett aus den USA statt, wo er mit US-Präsident Joe Biden zusammengekommen war. Nach dem Machtwechsel in den USA hatte Abbas zu Jahresbeginn die Bereitschaft zu einer Wiederaufnahme des Nahost-Friedensprozesses mit dem Ziel eines unabhängigen Palästinenserstaates geäussert. Ein baldiger Neustart gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Bennett von der ultrarechten Jamina-Partei lehnt die Einrichtung eines palästinensischen Staates ab.

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