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Die familenergänzende Kinderbetreuung soll neu geregelt werden

Der Kanton Graubünden regelt die Finanzierung der Kindertagesstätten  und Tageseltern neu. Die Regierung gibt den Entwurf zur Totalrevision des Gesetzes  für die Vernehmlassung frei.

Südostschweiz
25.08.21 - 15:39 Uhr
Politik
Die familienergänzende Kinderbetreuung soll neu geregelt werden. Die Bündner Regierung hat die Vernehmlassung freigegeben.
Die familienergänzende Kinderbetreuung soll neu geregelt werden. Die Bündner Regierung hat die Vernehmlassung freigegeben.
BILD: ARCHIV

Die Berufstätigkeit beider Geschlechter ist heute ein gesellschaftlicher Anspruch. Die familienergänzende Betreuung ist dabei ein zentrales Instrument, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten. Familienergänzende Betreuung fördert Kinder in ihrer Entwicklung und unterstützt ihre soziale Integration.

Zusammen mit den Gemeinden fördert der Kanton Graubünden die familienergänzende Betreuung. Dadurch soll die familienergänzende Betreuung für Erziehungsberechtigte im ganzen Kanton bezahlbar und zugänglich sein. Die Überprüfung des heutigen Finanzierungsmodells hat dessen Grenzen aufgezeigt und den Handlungsbedarf für eine trag- und zukunftsfähige Lösung ausgewiesen, wie es in einer Mitteilung des Kantons heisst.

Systemwechsel in der Finanzierung

Heute werden Leistungserbringende der familienergänzenden Betreuung wie Kindertagesstätten oder Tageselternorganisationen durch Gemeinden und Kanton mit Sockelbeiträgen subventioniert. Das bedeutet, es wir ein fester Betrag vereinbart, der allen einheitlich gezahlt wird. Darauf aufbauend wird eine prozentuale Entgelterhöhung gezahlt.

Statt die Leistungserbringer zu subventionieren, will die Regierung in Zukunft direkt den Eltern und Erziehungsberechtigten Beiträge zahlen. Diese Kinderbetreuungsbeiträge sollen nach Einkommen und Erwerbssituation der Eltern abgestuft werden. Das neue Finanzierungsmodell stelle so den effizienten Einsatz der öffentlichen Mittel sicher. Die Gemeinden erhalten zusätzlich die Möglichkeit, durch höhere Vergünstigungen ihre Standortattraktivität zu erhöhen.

Kindertagesstätten werden entlastet 

Das neue Modell soll gleiche Ausgangsbedingungen für alle Kindertagesstätten und Tageselternorganisationen im Kanton schaffen. Die Risiken für jene Institutionen mit einem hohen Anteil wirtschaftlich benachteiligter Eltern würden minimiert und ihre Planbarkeit verbessert werden. Der aktuell hohe administrative Aufwand der Kindertagesstätten und Tageselternorganisationen für die Steuerdatenerhebung der Erziehungsberechtigten würde entfallen. Sensible Steuerdaten der Erziehungsberechtigten würden bei der öffentlichen Hand bleiben.

Die Vernehmlassung dauert bis am 25. November 2021. Die Unterlagen sind hier abrufbar. (so)

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