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Personenfreizügigkeit half der Schweiz in der Covid-Krise

Personenfreizügigkeit half der Schweiz in der Covid-Krise

Die Schweiz hat in der Covid-Krise von der Personenfreizügigkeit mit den EU/EFTA-Staaten profitiert. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundes. Dass Gesundheitspersonal aus EU-Staaten rekrutiert werden konnte, war von zentraler Bedeutung.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Politik
Die Schweiz hat 2020 laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gerade im Gesundheitsbereich von der Personenfreizügigkeit profitiert.
Die Schweiz hat 2020 laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) gerade im Gesundheitsbereich von der Personenfreizügigkeit profitiert.
KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Schweizer Gesundheitswesen hat im vergangenen Jahr ganz besonders von der Personenfreizügigkeit und den Rekrutierungsmöglichkeiten im EU-Raum profitiert. Zu diesem Schluss kommt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Das Seco hat am Freitag seinen 17. Bericht über die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Arbeitsmarkt und die Sozialleistungen publiziert.

63'000 Personen aus EU/EFTA-Staaten wurden 2020 im Gesundheitswesen angestellt. Diese Anstellungen hätten einen erheblichen Beitrag zur Deckung der starken Nachfrage nach Arbeitskräften in dieser Branche geleistet, schreibt das Seco. In deutlich geringerem Umfang trugen hierzu Staatsangehörige aus Drittstaaten bei (+13'000 Beschäftigte).

Insgesamt waren im vergangenen Jahr 22 Prozent der rund 540'000 Beschäftigten im Schweizer Gesundheitswesen Staatsangehörige der EU/EFTA-Staaten - inklusive Grenzgängerinnen und Kurzzeitaufenthalter.

Fachärzte und Spezialistinnen

Vor allem hochqualifiziertes Gesundheitspersonal und Spezialistinnen und Spezialisten aus EU/EFTA-Staaten arbeiten in der Schweiz. So waren im vergangenen Jahr ein Drittel aller Fachärzte und 31 Prozent der Allgemeinärztinnen in der Schweiz EU/EFTA-Staatsangehörige. Beim Pflegepersonal lag der Anteil bei 19 Prozent, bei Physiotherapeuten, Zahnärztinnen und Apotheker waren es rund 25 Prozent.

Bei den Gesundheitsberufen der sogenannten mittleren Stufe, wie etwa Fachkräfte Pflege oder pharmazeutische Assistentinnen, war der Anteil vergleichsweise tief. «Dank Ausbildungsanstrengungen im Inland» konnte der Bedarf in diesem Bereich gut gedeckt werden, heisst es in dem Bericht.

Eine «untergeordnete Rolle» für die Rekrutierung von hochqualifiziertem Gesundheitspersonal spielten Drittstaaten. Zwar arbeiteten in der Schweiz viele Drittstaatenangehörige in der Pflegehilfe. Dabei handle es sich jedoch um Personen, die entweder ursprünglich als Asylsuchende in die Schweiz gekommen seien oder über den Familiennachzug zugewandert sind.

«Die Schweiz hat gerade im Bereich dieser weltweit stark gefragten Arbeitskräfte wie dem hochqualifizierten Gesundheitspersonal besonders stark von der Personenfreizügigkeit und der Rekrutierungsmöglichkeit im EU-Raum profitiert», bilanziert das Seco.

Stabile Zuwanderung aus EU-Staaten

Die Nettozuwanderung aus Drittstaaten ging auch im Zusammenhang mit den Reisebeschränkungen in Folge der Pandemie im Vergleich zu 2019 um gut einen Fünftel auf 17'400 Personen zurück. So tief war die Zuwanderung aus Drittstaaten zuletzt in den neunziger Jahren.

Die Zuwanderung aus dem EU-Raum blieb hingegen mit einem Saldo von 29'900 Personen nur leicht unter dem Wert des Vorjahres.

Das Seco geht davon aus, dass die Nachfrage an ausländischen Arbeitskräften im laufenden Jahr wieder steigen wird und entsprechend auch die Zuwanderung wieder zunehmen könnte.

Das Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und den EU/EFTA-Staaten ist 2002 in Kraft getreten.

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