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Zukunft des Skitourenrennens Patrouille Glaciers gesichert

Zukunft des Skitourenrennens Patrouille Glaciers gesichert

Nach Querelen zwischen den Organisatoren des Skitourennrennens Patrouille des Glaciers (PdG) soll die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung die Zukunft des legendären Bergrennens im Wallis sichern. Damit soll ein seit Monaten schwelender Konflikt enden.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
Politik
Verteidigungsministerin Viola Amherd (l.) und der Walliser Staatsrat Frédéric Favre an der Medienkonferenz in Sitten.
Verteidigungsministerin Viola Amherd (l.) und der Walliser Staatsrat Frédéric Favre an der Medienkonferenz in Sitten.
KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Die Aufgaben, das Vermögen sowie die Marke des letzthin umstrittenen privaten Vereins zur Unterstützung und Förderung der Patrouille des Glaciers (ASPDG) sollen an eine neue Stiftung übergehen, hiess es am Montag an einer Medienkonferenz des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und des Departements für Sicherheit, Institutionen und Sport des Kantons Wallis.

Verteidigungsministerin Viola Amherd betonte an der Medienkonferenz in Sitten die Bedeutung des weltweit einzigartigen Rennens für die Schweiz, das Wallis und die Armee. Nun sei ein Neuanfang möglich - einziger Vertragspartner des VBS sei der Kanton Wallis. Mit der Neuorganisation und der Unterzeichnung eines Fahrplans durch den Bund, das Wallis und den Verein sollen die Durchführung der kommenden vier Rennen gesichert und eine solide Basis für die Zukunft gelegt werden.

Bund verpflichtet sich bis 2028

Für die Organisation und das Management des bedeutenden Sportanlasses sorge weiterhin das VBS, dafür habe sich der Bund bis 2028 verpflichtet. Das VBS sei der Meinung, dass es die PdG nicht alleine organisieren könne, daher sei die Beteiligung des Staates Wallis notwendig. «Es braucht eine starke Partnerschaft», so Amherd. Sowohl der Kanton Wallis als auch die Armee würden davon profitieren.

Die verschiedenen Aspekte der Zusammenarbeit würden in einer Vereinbarung geregelt, hiess es weiter. Die neue gemeinnützige Stiftung soll für die Koordination der Werbung und des Marketings des Rennens verantwortlich sein. Der Stiftungsrat werde voraussichtlich vom Staatsrat ernannt.

Für die Ausgabe 2022 der PdG werden die von der Armee durchgeführten Vorbereitungsarbeiten wie geplant fortgesetzt. Während dieser Übergangszeit werden ein strategischer Ausschuss und ein Lenkungsausschuss eingerichtet, wobei der Staat Wallis den Vorsitz und das Sekretariat übernehme. Diese beiden Ausschüsse werden demnach die meisten der Aufgaben übernehmen, die bisher dem Verein zugewiesen waren.

Streit zwischen Armee und Verein

Zwischen dem Verein ASPDG und der Armee hatte während Monaten ein Streit geschwelt. Immer wieder wurden Vorwürfe in Bezug auf die Finanzverwaltung des Lenkungsausschusses und Intransparenz laut. Die Armee legte ihre Zusammenarbeit deshalb vorübergehend auf Eis. Der Kanton Wallis schaltete sich als Vermittler ein.

Das Walliser Finanzinspektorat kam in einem Bericht zum Schluss, dass Vorstandsmitglieder beim ASPDG «unsensibel» hohe Vergütungen kassierten, und es Interessenkonflikte gab. Strafbare Handlungen wurden aber keine festgestellt.

Die Patrouille des Glaciers geht auf die Grenzbesetzung im Zweiten Weltkrieg zurück und fand 1943 zum ersten Mal statt. Mit dem alpinen Rennen, das alle zwei Jahre stattfindet, sollten die Ausdauer und Widerstandskraft der Soldaten getestet werden. Die Strecke führt von Zermatt über 53 Kilometer und 8000 Höhenmeter nach Verbier. Die Patrouille wird von Dreier-Teams bestritten.

Das Skitourenrennen wird von mehreren öffentlichen Stellen subventioniert, darunter der Staat Wallis und der Bund.

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