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«Zurück zu einer naturverträglichen Jagd»

«Zurück zu einer naturverträglichen Jagd»

2014 reichte der Verein «Wildtierschutz Schweiz» die Initiative «Für eine naturverträgliche und ethische Jagd» ein. Die Klosterserin Marion Theus erklärt deren Ziele.

Conradin
Liesch
vor 1 Monat in
Politik
Marion Theus aus Klosters.
SO (Marco Hartmann)

Klosterser Zeitung: Was sind die generellen Ziele der Initiative oder was stimmt denn mit der Bündner Jagd nicht?

Marion Theus: Unser Anliegen ist einzig und allein der Tierschutz und der hat heute auf der Jagd praktisch keine Bedeutung. Die normale Hochjagd im September bleibt unangetastet. Es sind die Auswüchse der Jagd und die fehlende Anpassung und Modernisierung der Jagd an heutige wissenschaftliche Erkenntnisse. Seit 40 Jahren versucht man mit der Sonderjagd erfolglos eine Regulation der Hirschbestände zu erreichen. Jedes Jahr hat es mehr Tiere und sie werden wie Schädlinge bekämpft, statt dass man auf Neuerungen und Respekt setzt. Das verlangt ein grundsätzliches Umdenken. Wir müssen wieder zurück zur Achtung vor der Natur und ihren Kreisläufen. Wir brauchen in Zukunft die Natur dringend - die Natur braucht uns nicht. Auch den Schöpfungsgedanken fast aller Religionen müsste man da beherzigen!

Es soll damit also nicht die Jagd ab­geschafft werden?

Die Jagd wird überhaupt nicht abgeschafft – das sind infame Unterstellungen auch von unserer Regierung. Seit der Trumpschen Ära hat das ganz ungeniert in unserer Politik Eingang gefunden.

Die Gegner der Initiative bringen immer wieder ins Spiel, dass ihnen die Information und Ausbildung der Kinder am Herzen liegt. Weshalb sollen diese nicht mehr mit der Jagd in Berührung kommen?

Die Natur und die Liebe zu den Tieren kann man den Kindern an 320 Tagen im Jahr beibringen (und nicht auf den drei Wochen Jagd). Da kann man raus in die Natur und Beobachtungen zu jeder Jahreszeit machen. Kinder haben ein ganz natürliches Verhalten gegenüber Tieren und das darf man nicht abtrainieren und ihnen das Töten schmackhaft machen. Das ist eine grobe Verletzung der Fürsorgepflicht der Eltern auf Unversehrtheit des Kindes. Gewalttätigkeit ist das Übel unserer Zeit – es hat noch nie so viele Kriegsaktivitäten auf der ganzen Welt gegeben wie aktuell. Da sind Videospiele und die Jagd an vorderster Front. Kinder müssen unbeschwerte Kindertage erleben dürfen – ohne Gewalt. Wenn sie älter sind, können sie sich aus freiem Willen dann selber entscheiden. Väter und Mütter sind Vorbilder – im Guten wie im Schlechten.

Das vollständige Interview lesen Sie in unserer Ausgabe vom Freitag, 4. Juni.
Auf Wiederlesen!

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