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Ex-Premier Cameron verteidigt Lobbyismus für insolvente Firma

Ex-Premier Cameron verteidigt Lobbyismus für insolvente Firma

Der britische Ex-Premierminister David Cameron hat seinen Lobbyismus-Einsatz für den mittlerweile insolventen Finanzdienstleister Greensill Capital verteidigt. Er habe keine Ahnung von finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens gehabt, als er sich im Frühling 2020 bei Finanzminister Rishi Sunak und ranghohen Beamten für das Unternehmen einsetzte, sagte Cameron am Donnerstag vor einem Ausschuss des britischen Parlaments in London. Mit seinem Einsatz sei es ihm nicht um persönliche Gewinne gegangen. Vielmehr habe Greensill Capital «grossartige Ideen» und «gute Lösungen» gehabt.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Politik
David Cameron, ehemaliger Premierminster von Großbritannien, verlässt sein Haus in London, bevor er vor dem Finanzausschuss des Unterhauses über Greensill Capital aussagt. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
David Cameron, ehemaliger Premierminster von Großbritannien, verlässt sein Haus in London, bevor er vor dem Finanzausschuss des Unterhauses über Greensill Capital aussagt. Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa
Keystone/PA Wire/Victoria Jones

Cameron räumte ein, dass er wirtschaftliche Vorteile durch seine Arbeit für Greensill gehabt habe. «Ich erhielt einen jährlichen Betrag, einen grosszügigen jährlichen Betrag, weit mehr als das, was ich als Premierminister verdient habe», sagte Cameron. Zudem habe er Aktien gehalten. Die genauen Beträge nannte der Ex-Regierungschef aber nicht. Er zeigte sich reumütig. Ehemalige Premierminister sollten «anders denken und anders handeln», wenn es um Lobbying geht. «Regeln allein sind nie genug», sagte er.

Das Parlament hat ebenso wie die britische Regierung eine Untersuchung eingeleitet, um Camerons Rolle in dem Fall prüfen zu lassen. Cameron war von 2010 bis 2016 Premierminister. Er warb in Dutzenden Textnachrichten an Finanzminister Sunak und leitende Beamte um Unterstützung für Greensill.

In Deutschland ist die Bremer Greensill Bank betroffen. Wegen des Zusammenbruchs der Bank bangen viele deutsche Kommunen um Millionenbeträge.

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