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Die Glarner Regierung will schneller lockern

Die Glarner Regierung will schneller lockern

Das Drei-Phasen-Modell des Bundesrates zur Bewältigung der Coronapandemie wird in der Vernehmlassung vom Glarner Regierungsrat grundsätzlich unterstützt. Doch sollen Lockerungen früher möglich sein.

Südostschweiz
vor 4 Monaten in
Politik
Die Glarner Regierung fordert bei den Impfraten als Grundlage für Lockerungen präzisere Werte.
KANTON GLARUS

Der Regierungsrat erachtet das bundesrätliche Konzeptpapier zur Konkretisierung des Drei-Phasen-Modell als gute Grundlage, um Perspektiven in Richtung Normalität aufzuzeigen. Die risikobasierte Öffnungsstrategie mit den Richtwerten und Öffnungsschritten sei der richtige Weg, heisst es in einer Mitteilung. Dies auch, obwohl der Glarner Regierungsrat mit den einzelnen Richtwerten nicht überall einverstanden sei.

Das Drei-Phasen-Modell

1. Schutz-Phase: Impfen der besonders gefährdeten Personen
2. Stabilisierung-Phase: Zugang zur Impfung für die gesamte erwachsene Bevölkerung
3. Normalisierung-Phase: Aufhebung der Massnahmen 

Die Systematik, wonach die verschiedenen Phasen an den Grad der Durchimpfung gekoppelt ist, wird vom Regierungsrat grundsätzlich gestützt. Für die Übergänge, beziehungsweise die konkreten Öffnungsschritte in den Phasen 2 und 3 sei jedoch die Impfwilligkeit noch besser zu berücksichtigen. 

Verständliche und faire Regeln

In der dritten Phase will der Bundesrat die Massnahmen darauf ausrichten, das Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten. Bis dann hatten alle Impfwilligen die Gelegenheit, sich impfen zu lassen. Eine Beschränkung des Zugangs zu bestimmten Einrichtungen und Veranstaltungen für geimpfte, genesene und zeitnah getestete Personen, wird gemäss Regierungsrat Widerstand auslösen. Der Bundesrat soll weiterhin darauf achten, dass er einfache Regeln erlasse, die für alle verständlich und fair seien, heisst es.

«Durchimpfung» genauer definieren

Die vom Bund vorgeschlagene Formulierung der «Durchimpfung der impfwilligen Personen» wird von der Glarner Regierung als Entscheidungskriterium als zu wenig präzise eingeschätzt. Vorgeschlagen werden deshalb konkrete Werte, die sich auf die Anzahl geimpfter Personen beziehungsweise die Durchimpfungsrate in der Gesamtbevölkerung beziehen.

Schneller öffnen

Nicht einverstanden ist der Kanton Glarus mit den vorgeschlagenen Elementen der nächsten Öffnungsschritte. In Anbetracht der aktuellen stabilen epidemiologischen Lage sollen bereits in Phase 1 Lockerungen vorgenommen werden können: Etwa draussen und dort, wo Schutzkonzepte (Abstand und Masken) konsequent eingehalten werden können.

Daraus ergibt sich, dass in einem ersten Schritt folgende Lockerungen bereits in Phase 1 umgesetzt werden könnten:

  • Anheben der Obergrenze für private Veranstaltungen im Freien auf 50 Personen.
  • Anheben der Obergrenze für kommerzielle Veranstaltungen, unter Einhalten von Schutzkonzepten (Abstand, Maske) auf 300 Personen im Freien und 150 Personen im Inneren.
  • Homeoffice: Wechsel von Pflicht zu Empfehlung.
  • Zulassen von Gastronomie im Innern (max. vier Personen am Tisch, Abstand zwischen den Tischen Stuhllehne zu Stuhllehne 1,5 m, Maskenpflicht ausser wenn man am Tisch sitzt).

Risiken des Drei-Phasen-Modells

Der Regierungsrat identifiziert darüber hinaus weitere Punkte, welche das Modell gefährden könnten:

  • Wenn die Öffnungsschritte zu zaghaft erfolgen, wird die Akzeptanz auch für notwendige Massnahmen abnehmen.
  • Die Beurteilung der Belastung des Gesundheitswesens müsse im Zentrum der Festlegung von Massnahmen/Lockerungen stehen.
  • Die Bereitstellung der Impf- und Testzertifikate im Verlauf des Junis dürfe keinen Einfluss auf Massnahmen/Lockerungen haben.

(can)

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