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Glarner Regierung fordert Züge im Viertelstundentakt

Glarner Regierung fordert Züge im Viertelstundentakt

Der Regierungsrat plant den ÖV für das Glarnerland ab 2040. Seine Forderung: Die Bahn soll von Schwanden nach Zürich im Viertelstundentakt fahren, halbstündlich ohne Umsteigen ab Linthal.

Fridolin
Rast
vor 2 Wochen in
Politik
Flaschenhals aufheben: Eine Doppelspur statt der Einspurstrecke (oberer Bildrand) bei Mühlehorn ist laut Glarner Regierung dringend nötig für den ÖV-Ausbau.
ARCHIV

Eisenbahnen baut man nicht von heute auf morgen aus. Der Bund und die Ostschweizer Kantone beschäftigen sich deshalb schon heute mit dem sogenannten «Step AS 2040/45». Diese Abkürzung, die sich englisch als «Schritt» lesen lässt, bezeichnet das strategische Entwicklungsprogramm der Eisenbahninfrastruktur in der Zeit nach 2040, wie der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Donnerstag erklärt: «Im Step wird das schweizerische Bahnsystem periodisch in bedarfsgerechten Ausbauschritten weiterentwickelt und ausgebaut.»

Das Geld dafür kommt aus dem Bahninfrastrukturfonds, das Bundesamt für Verkehr leitet und koordiniert die Planungen. Die Kantone müssen sich in ihren Regionen abstimmen, wobei Glarus zur Planungsregion Ost gehört, zusammen mit beiden Appenzell, Graubünden, Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau. Sie haben ihre Arbeit zum Step 2040 begonnen, und der Regierungsrat erklärt, welche Vorstellungen er für den Kanton Glarus einbringt.

Öffentlicher Verkehr wächst

Der Bund lege für 2040 eine Verkehrszunahme von über 50 Prozent im öffentlichen Verkehr zugrunde. Und das ist noch nicht alles: Langfristig strebe man für den ÖV die Verdoppelung des Anteils am Gesamtverkehr an.

Für dieses Ziel verfolge der Regierungsrat im Step 2040 folgende Angebotsziele:

  • Anschluss an den Fernverkehr in Ziegelbrücke in alle Richtungen, also nach Zürich, Chur und Rappperswil/St. Gallen;
  • Halbstündliche Reiseketten von Linthal in alle diese Richtungen;
  • Halbstündlich direkte Züge von Linthal nach Zürich HB;
  • ein Viertelstundentakt Schwanden– Ziegelbrücke;
  • Viertelstündliche Reiseketten von Schwanden nach Zürich HB;
  • Halbstündliche Halte am Bahnhof Mühlehorn.

Mühlehorn soll bleiben

Um diese Angebotsziele zu erreichen, braucht es laut Regierungsrat folgendes Konzept:

  • einen Halbstundentakt Interregio Chur–Ziegelbrücke–Zürich HB mit weiteren Halten in Landquart, Sargans und Pfäffikon SZ;
  • halbstündliche Regioexpress-Züge Linthal–Zürich HB ohne Umsteigen. In Ziegelbrücke würden die Glarner Züge mit jenen von Chur–Sargans vereint und beschleunigt nach Zürich geführt;
  • dazwischen eine halbstündliche S-Bahn Schwanden–Ziegelbrücke;
  • Mühlehorn wird halbstündlich, Nieder- und Oberurnen viertelstündlich bedient.

Volle Doppelspur nach Chur

Damit das Konzept umsetzbar sei, braucht es gemäss der Mitteilung des Regierungsrates voraussichtlich auch Ausbauten:

  • Doppelspur statt Einspur-Flaschenhals zwischen Mühlehorn und Tiefenwinkel;
  • Kreuzungsstelle in Näfels-Mollis;
  • Gleisausbauten für kürzere Fahrzeiten zwischen Ziegelbrücke und Zürich;
  • ein Wendegleis Wädenswil.
    Mit den Angebotszielen, die der Regierungsrat beantragt, und den Folgerungen daraus könne die prognostizierte Zunahme des öffentlichen Verkehrs bis 2040 abgedeckt werden. Die Massnahmen erfüllen laut der Mitteilung auch die Anforderungen des kantonalen Richtplans 2018.

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