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Trotz der Coronapandemie kränkeln die Finanzen nicht

Trotz der Coronapandemie kränkeln die Finanzen nicht

Nach dem Kanton legt Glarus als erste der drei Gemeinden die Jahresrechnung 2020 vor. Sie schliesst mit einem Plus von fast einer halben Million oder knapp 625 000 Franken besser als budgetiert ab.

Marco
Häusler
vor 2 Wochen in
Politik
Gute Neuigkeiten aus dem Gemeindehaus Glarus: Die Jahresrechnung 2020 schliesst trotz der Pandemie besser als budgetiert ab.
SASI SUBRAMANIAM

Eigentlich kann die Gemeinde Glarus im Geschäftsjahr 2020 bei einem Gesamtertrag von rund 58,26 Millionen Franken (Vorjahr 65,92 Millionen) sogar einen Gewinn von fast zwei Millionen Franken verbuchen. Rund 1,95 Millionen Franken weist die Erfolgsrechnung als operatives Ergebnis aus. Davon werden aber knapp 1,46 Millionen Franken für zusätzliche Abschreibungen verwendet, womit als positives Gesamtergebnis (im Vorjahr 334 000 Franken) auch 2020 rund 493 000 Franken übrig bleiben.

Trotz Corona. Das Virus habe das Jahr geprägt, steht in der Mitteilung aus dem Gemeindehaus. «So hat die Gemeinde Glarus seit Beginn der Pandemie Unterstützungsmassnahmen für die lokale Wirtschaft im Umfang von rund 1,5 Millionen Franken getätigt.» Aufgezählt werden der Verzicht auf Baurechts-, Miet- und Pachtzinsen bei gemeindeeigenen Liegenschaften, der Verzicht auf Gebühren oder dass Abgaben gesenkt wurden. Weiter sei Geld ausgegeben worden für die Stützung der Gastronomie, des Detailhandels und der Liquidität von Firmen. Gedeckt werden mussten auch die pandemiebedingten Mehrkosten der Alters- und Pflegeheime Glarus.

Höhere Steuereinnahmen ...

Wie sich das Virus auf die Steuern auswirkt, ist laut Gemeindepräsident Christian Marti «schwer abschätzbar». Und diese Auswirkungen würden von anderen Entwicklungen überlagert. Ein Beispiel dafür sei die Umsetzung der Steuerreform des Bundes bei juristischen Personen (STAF). Dass sich die Pandemie 2020 kaum auf die Steuererträge auswirkte, hat einen einfachen Grund: «Die Steuereinnahmen im Jahr 2020 basieren grundsätzlich auf den Steuerdaten 2019. Wir beobachten die Entwicklung in den nächsten Jahren genau.»

Im letzten verlief sie laut Mitteilung positiv: «Der Hauptgrund für das gute Ergebnis liegt bei deutlich höheren Steuereinnahmen als budgetiert.» Konkret fiel der gesamte Ertrag mit fast 40 Millionen Franken um rund 2,8 Millionen höher aus als 2019, was sich fast hälftig auf die natürlichen und juristischen Personen verteilt.

... und an einigen Orten gespart

Auf der Ausgabenseite ist der Personalaufwand gegenüber dem Vorjahr zwar etwas höher, im Vergleich zum Budget aber leicht tiefer. Das gilt auch für den Sach- und übrigen Betriebsaufwand oder jenem für Material und Waren. Nur die Ausgaben für Dienstleistungen und Honorare überschreiten die dafür budgetierten Kosten leicht.

Investiert wurden 2020 netto rund 8,62 Millionen Franken. Als grösste Posten werden mit jeweils über einer Million die folgenden aufgezählt: die Gesamterneuerung der Schule Netstal, das Strassen- und Werkleitungsprojekt Stampfgasse und die Altlastensanierung der Kugelfänge der ehemaligen Schiessanlage Saggrain. Bezeichnet wird das in der Mitteilung als «mittlere Investitionstätigkeit». Sie konnte bei einem Selbstfinanzierungsgrad von 68,6 Prozent zu gut zwei Dritteln mit Eigenmitteln gedeckt werden.

Im laufenden Jahr ist als Gesamtergebnis ein Defizit von gut 2 Millionen Franken budgetiert. «Der Gemeinderat wird im Verlauf des Monats Mai das erste Finanz-Controlling im laufenden Jahr beraten», erklärte Marti dazu. «Ganz grundsätzlich kann festgestellt werden, dass wir die Kosten im Griff haben und der Jahresabschluss 2021 wesentlich von der Höhe der Steuereinnahmen abhängen wird.»

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