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Kremlgegner Nawalny: Aufseherin droht mit Zwangsernährung

Kremlgegner Nawalny: Aufseherin droht mit Zwangsernährung

Der im Straflager in Hungerstreik getretene Alexej Nawalny hat eine konkrete Androhung einer «Zwangsernährung» wegen seines schlechten Gesundheitszustandes beklagt.

Agentur
sda
vor 4 Wochen in
Politik
ARCHIV - Alexei Nawalny, russischer Oppositionsführer. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
ARCHIV - Alexei Nawalny, russischer Oppositionsführer. Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
Keystone/AP/Alexander Zemlianichenko

Eine Aufseherin habe ihn auch mit einer «Zwangsjacke» und anderen Methoden gedroht, teilte der 44-Jährige bei Instagram am Freitag mit. Der prominente Publizist Nikolai Swanidse sagte im Radiosender Echo Moskwy: «Zwangsernährung kommt einer Folter gleich.» Nawalny habe das Recht, eine angemessene ärztliche Untersuchung zu erhalten. Er ist seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen.

Nawalny sagte, dass er auf die russischen Gesetze verwiesen habe, die solche Zwangsmassnahmen verböten. Er sei ja grundsätzlich in der Lage, ohne Hilfe zu essen; er verlangte aber weiter, dass er von einem unabhängigen Mediziner untersucht werde. «Warum wird mir das verwehrt?», fragte der im Straflager in Pokrow rund 100 Kilometer östlich von Moskau Inhaftierte. «Sie befürchten wohl, dass sich herausstellt, dass der eingetretene Verlust der Empfindlichkeit in den Gliedmassen womöglich im Zusammenhang mit der Vergiftung steht.»

Der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin hatte im August einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok überlebt. Er beklagt, dass der Einsatz des verbotenen chemischen Kampfstoffs gegen einen russischen Bürger in seiner Heimat nicht untersucht werde. Mehrere Labore in der EU hatten das Gift nachgewiesen. Die EU und die USA haben Russland immer wieder zur Untersuchung des Verbrechens aufgefordert und Sanktionen gegen das Land verhängt.

Nawalny hatte Putin vorgeworfen, ihn nach dem gescheiterten Attentat nun im Straflager töten zu wollen. Er warf dem Strafvollzug vor, politische und andere Gefangene wie «Sklaven» zu behandeln. Er setze sich mit seinen Forderungen für Hunderttausende andere Gefangene in Russland ein. «Mein Kopf dreht sich stark, aber noch gehe ich, weil ich eure Unterstützung spüre. Danke», schrieb er seinen Anhängern.

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