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Das Frauenkulturarchiv soll es richten

Das Frauenkulturarchiv soll es richten

In einem Auftrag forderten Grossratsmitglieder eine Liste mit Frauennamen für die Benennung neuer Strassen und Plätze. Die Bündner Regierung verweist in ihrer Antwort auf das Frauenkulturarchiv.

Südostschweiz
09.03.21 - 04:30 Uhr
Politik

Die Bündner Regierung hat auf einen Auftrag aus dem Grossen Rat geantwortet, wonach weibliche Persönlichkeiten bei der Benennung neuer Strassen, Plätzen oder Baudenkmälern im Kanton stärker berücksichtigt werden sollen. Sie schreibt in ihrer Antwort, sie unterstützte das Anliegen, Frauen bei der Benennung von Strassen sichtbarer zu machen.

Grossratsmitglieder rund um den FDP-Politiker Thomas Bigliel hatten in der Dezembersession gefordert, dass der Kanton gemeinsam mit der Stabstelle für Chancengleichheit und Frauenverbänden eine Liste mit weiblichen Namensvorschlägen ausarbeitet. Diese Liste soll den Gemeinden als unverbindliche Entscheidungsgrundlage zur Verfügung gestellt werden. Damit erhoffen sich die Unterzeichnenden, dass «die Leistung von Frauen höher wertgeschätzt und sichtbar gemacht wird». Frauen seien im Strassenbild stark untervertreten.

Bereits im Herbst vergangenen Jahres forderte das Frauenstreikkollektiv, dass die neue Plessurbrücke in Chur den Namen einer historisch wichtigen Frau tragen soll. Der Churer Stadtrat entschied sich aber aufgrund anderer Vorschläge aus der Bevölkerung für den Namen «Italienische Brücke».

Die Bündner Regierung verweist in ihrer Antwort auf den Auftrag auf ein Lexikon mit Namen und Kurzbiografien von Bündner Frauen des Frauenkulturarchivs Graubünden. Weibliche Strassennamen ohne Referenz an eine historisch bedeutsame Frau, wie zum Beispiel der Emmaweg in Chur, erfülle dieses Anliegen nicht, schreibt die Regierung. Die kantonale Stabstelle für Chancengleichheit soll die Gemeinden ausserdem mit einer E-Mail auf die Relevanz des Themas aufmerksam machen. Die Regierung sieht den Auftrag damit als erledigt an. (jas)

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