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Spitalpersonal in schwieriger Situation

Spitalpersonal in schwieriger Situation

Die Fallzahlen im Spital Davos sind zwar noch immer tief, in den letzten Tagen ist allerdings ein leichter Aufwärtstrend bei den Infektionen feststellbar.

Barbara
Gassler
vor 1 Monat in
Politik
Spucktests und schnellere Impfungen für das Gesundheitspersonal,
das fordert der Krisenstab.
SO (Olivia Aebli-Item)

Für gewisse Bedenken sorgt die Tatsache, dass die englische Virusmutation dabei ganz klar auf dem Vormarsch ist. Vor diesem Hintergrund unbegreiflich ist die Tatsache, dass dem Spitalpersonal die Verwendung der inzwischen weitverbreiteten und gut akzeptierten Speicheltests vonseiten des Kantons verboten ist. Wer im Spital arbeitet, muss vielmehr den von vielen als sehr unangenehm empfundenen Nasenabstrich über sich ergehen lassen. Inzwischen mehren sich die Fälle, in denen Angestellte nicht länger bereit sind, diese Prozedur zu tolerieren. Der Krisenstab ist besorgt darüber, dass dadurch die Beteiligung an den Tests ausgerechnet unter dem derzeit so wichtigen Gesundheitspersonal sinkt. Ebenso unverständlich ist für den Krisenstab die Tatsache, dass Berufsleute, die tagtäglich in direkten Kontakt mit Patientinnen und Patienten kommen, keine Möglichkeit haben, sich prioritär impfen zu lassen. Für den Krisenstab steht hier offensichtlich das Risiko im Raum, dass im Falle einer neuen starken Covid-19-Welle ausgerechnet die dann entscheidenden Berufsgruppen ausfallen, weil sie nicht frühzeitig ausreichend geschützt wurden.

Erfolgreiche Betriebstestungen

Die Zahl der Betriebe, die sich in der Destination Davos Klosters an Betriebstestungen beteiligen, wächst zur Freude des Krisenstabes weiter an. Inzwischen machen an der Aktion, die für die betreffenden Unternehmen laut Beschluss des Kantons kostenlos ist, 82 Betriebe mit. Seit Beginn der Testungen konnten bereits 16 Personen ermittelt und isoliert werden, die sich unbemerkt mit Covid-19 infiziert hatten. Das Risiko, dass diese das Virus im Berufs- und Privatleben unbewusst weiterverbreiten, konnte damit wirksam gebannt werden. Für den Krisenstab steht ausser Frage, dass regelmässiges und möglichst flächendeckendes Testen der wirksamste Weg ist, die Pandemie so lange im Griff zu halten, bis der ersehnte Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Letzteres ist leider weiterhin nicht der Fall. Bei den Betroffenen sorgt dies verständlicherweise für Unverständnis und Ärger – und beim Spital für unnötigen Zusatzaufwand, weil immer wieder Terminanpassungen notwendig sind. Ebenfalls für Ärger und Umtriebe sorgt die in der vergangenen Woche ergangene Vorschrift zu den Restaurantterrassen in Skigebieten. Bei der Destination haben sich zahlreiche Gäste über deren Schliessung beschwert. Auch für die Betriebsverantwortlichen der Terrassen sind in vielen Fällen noch Fragen zur Umsetzung der Vorschriften offen. Der Krisenstab erwartet eine gesamtkantonale Lösung.

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