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Tujetsch protestiert beim Bund

Tujetsch protestiert beim Bund

Mit einem Schreiben ans Bundesamt für Verkehr wehrt sich Tujetsch gegen die Einstellung des Autoverlads am Oberalppass.

Jano Felice
Pajarola
vor 1 Monat in
Politik
Autoverlad Vereina
Der Autoverlad am Oberalppass soll eingestellt werden. Hier zu sehen der Autoverlad Vereina als Symbolbild.
ARCHIV/SYMBOLBILD

Der Brief ist an den Direktor des Bundesamts für Verkehr (BAV) in Bern, Peter Füglistaler, ergangen: Der Tujetscher Gemeindevorstand protestiert in einem am Freitag publik gemachten Schreiben gegen die in zwei Jahren geplante Einstellung des Oberalp-Autoverlads (Ausgabe vom 13. Februar). Die Verbindung gegen Westen, so die Exekutive, sei winters nicht ausreichend, nur der Autoverlad ermögliche überhaupt, mit dem Auto nach Andermatt zu gelangen. Der Verlad sei von grossem Nutzen für die Region und trage wesentlich zur Wertschöpfung bei. Die scheinbar schlechten Frequenzen, die als Begründung für das Aus angeführt würden, seien auch darauf zurückzuführen, dass das Angebot nicht den Bedürfnissen entspreche: Der Verlad sei wegen der ungünstigen baulichen Infrastruktur auf beiden Seiten nicht kundenfreundlich. Da seien die tiefen Frequenzen nicht verwunderlich.

Infrastruktur verbessern

Bei der Beurteilung von solchen Verkehrsverbindungen, so der Tujetscher Vorstand, dürften zudem nicht alleine wirtschaftliche Aspekte im Zentrum stehen. Der regionalwirtschaftliche sowie regionalpolitische Effekt der Anbindung peripherer an urbane Räume sei höher zu gewichten. Die Gemeinde und die Region Surselva seien der Meinung, mit einer optimalen Ausgestaltung der Autoverlad-Infrastruktur in Sedrun und Andermatt könnten die Frequenzen wesentlich gesteigert und der Kostendeckungsgrad merklich erhöht werden. Das BAV solle seinen Beschluss zur Einstellung des Autoverlads widerrufen. Bei der anstehenden Sanierung des Bahnhofs Sedrun seien die notwendigen Verladeinfrastrukturen zu berücksichtigen.

Bleibe es aus rein wirtschaftlichen Gründen beim Aus für den Verlad, fordere man als Ersatzmassnahme eine Verbesserung des Angebots im regionalen Personenverkehr ab 2023. Und auf langfristige Sicht müsse eine bessere Anbindung der Surselva angestrebt werden: dank der Porta Alpina, mittels eines Oberalp-Basistunnels oder einer Tunnelvariante von Wassen (Uri) nach Sedrun.

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