×

Bündner Terrassen müssen gesperrt werden

Bündner Terrassen müssen gesperrt werden

Die Bündner Regierung zeigt sich von den Beschlüssen des Bundesrates im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie schwer enttäuscht. Terrassen in den Wintersportgebieten müssen nun wieder gesperrt werden.

Südostschweiz
vor 3 Monaten in
Politik
SCHWEIZ ENGELBERG SKIGEBIET BRUNNI
Die Terrassen in den Bündner Wintersportgebieten müssen geschlossen werden.
SYMBOLBILD KEYSTONE

Die Bergbahnen in Graubünden würden am Freitag informiert, dass bei den Take-Away-Angeboten in den Skigebieten die Terrassen wieder geräumt werden müssten, sagte der Bündner Regierungsrat Peter Peyer am Mittwoch in Chur in einer ersten Reaktion auf die Bundesratsbeschlüsse. Skitouristen würden nun wieder unkontrolliert im Schnee sitzen, statt kontrolliert an Tischen, so Peyer.

Wie der Bündner Gesundheitsdirektor weiter sagte, durften Terrassen Ende Dezember/Anfang Januar dank entsprechend tiefem R-Wert geöffnet werden. «Unser Konzept hielt dem stand. Dadurch gab es mehr Ordnung am Berg», so Peyer. Der Bund sieht das nun aber anders. Laut dem Bundesrat ist Take-Away am Berg Take-Away im Tal gleich zu setzen.

Schwer enttäuschte Bündner Regierung

Wie Peyer am Mittwochnachmittag vor den Medien betonte, teilt die Bündner Regierung diese Meinung nicht. «Aber der Bund regelt. Und wir sind gewillt diese Reglungen auch einzuhalten», so der Bündner Regierungsrat weiter. Und fügt an: «Auch wenn das sehr bitter ist für uns.»

Die Terrassen in den Bündner Wintersportgebieten schliessen nun bereits auf das kommende Wochenende. «Das ist leider so. Wir können daran nichts ändern», so Peyer.

Den Bündnern missfällt insbesondere, dass die Landesregierung die kantonale Teststrategie nicht würdigte. «Wir sind in Graubünden auf einem guten Weg. Der Bundesrat hätte mutiger entscheiden können», betonte Peyer.

Enttäuschter Oberwirt

Franz Sepp Caluori sagte auf Anfrage, dass er vom Bundesrat mehr Mut erwartet habe. «Statt uns die Terrassen zu schliessen», so der Präsident von Gastro Graubünden, «hätte die Landesregierung auch veranlassen können, dass die Terrassen in den Wintersportgebieten der anderen Kantone geöffnet werden dürfen». Nun würden eben die Tische auf den Terrassen für einen Monat «auf den Kopf gestellt», um sie dannzumal wieder umzudrehen.

Obschon der Bundesrat anders entschieden habe, gelte es nun, nach vorne zu schauen, so Caluori weiter. Dass den Bündner Wirten mehr finanzielle Entschädigungen zugesichert worden sind, wertet Caluori positiv. Und ebenfalls, dass der Bundesrat Mitte März nochmals eine Beurteilung vornehmen will. «Poltern bringt jetzt nichts mehr. Wir Wirte müssen uns nun auf die Wiedereröffnungen vorbereiten.»

Eine einzige positive Note

Die Fallzahlen im Kanton würden seit Anfang Februar sinken. Die Wirtschaft brauche deutlich mehr Perspektiven, sagte Regierungsrat Marcus Caduff. Die positiven Aspekte der Bündner Teststrategie seien jedoch unberücksichtigt geblieben.

Volkswirtschaftsdirektor Caduff gab weiter bekannt, dass die Teststrategie, mit der Ansteckungslinien erkannt und unterbrochen werden sollen, weiter praktiziert wird. Neu wird der Kanton dafür sämtliche Kosten übernehmen. Bisher mussten Firmen pro Test 8.50 Franken bezahlen.

Eine positive Note gewann die Kantonsregierung in Chur einzig dem Entscheid des Bundesrates ab, wonach Jugendliche unter 20 Jahren wieder mehr Freiraum gewährt wird. (sda/so)

Kommentieren

Kommentar senden

Das schnelle Einknicken der Bündner Regierung betreffend Terrassen ist ja echt peinlich. Ein Bravo den Innerschweizer Kantonen! Der Bundesrat muss sich mit seinen grotesken Entscheiden nicht wundern, wenn seine Akzeptanz laufend sinkt.

Ich hoffe, die Bündner Regierung überlegt sich noch einmal, ob sie bezüglich der offenen Terrassen dem Bundesrat nicht doch etwas mehr Widerstand leisten will. Sich an einem sicheren Tisch zu verpflegen, ist eindeutig viel vernünftiger, als irgendwo in den Schnee sitzen zu müssen und dann eventuell dort auch noch die Abfälle dort zu hinterlassen.

SO schreibt:
«Terrassen in den Wintersportgebieten müssen nun wieder gesperrt werden.»
und:
«Wie der Bündner Gesundheitsdirektor weiter sagte, durften Terrassen Ende Dezember/Anfang Januar dank entsprechend tiefem R-Wert geöffnet werden.»
Ich frage:
Warum «wieder» und: WER sagte, die Terrassen durften geöffnet werden:
Die Wildeast-Regierung oder der Bund?
Ich erwarte vom «Qualitätsjournalismus» – egal ob sda und/oder so – Präzision, einfach mehr. Weil sie vorgeben mehr zu leisten.
Ich halte vom Mainstream schon lange nichts mehr, piepst Donald Duck vor sich hin.

Ist dieser Entscheid auf Druck vom Waliser Regierungsrst Darbellay gefällt worden?
Die Ansteckungsgefahr ist im ÖV zig Mal höher einzuschätzen als auf den Bergbahn-Terrassen!
Hst der BR dies völlig verkannt?
Die Ansteckungen werden nun eirder steigen dank den unkontrollierten Aufenthalten am Pistenrand und dann den willkommenen Grund liefern für eine komplette Schliessung zuerst der Take Aways und dann der Bergbahnen! Das wäre alles so nicht nötig!

Ich kommentiere nichts mehr bei diesen stocksturen Regierenden in Bern. Hier geht es nur noch um Machtausübung. Vernunftsgemässes Denken ist denen fremd.
Danke an Caduff, Cavigelli und Co. für ihren Einsatz für GR

Können wir denn Bundesrat nicht verklagen ??
Macht so doch alles kein sinn ....
Fallzahlen gehen runter.... Schutzkonzekt der Wirten verhebt .... was wollen die in Bern noch ?????
Da muss unser Parlement intervenieren .... aber subito.

Hoch die Tassen
Auf den Terrassen!
Der Bundesrat hat sie nicht mehr alle
Im Schrank!
Mein Dank und meine Aufmunterung für die so Covid-konformen Terrassen im schönen Val Lumnezia, besonders jene im Hotel Pellas in Vella!

Mehr Kommentare anzeigen
Mehr zum Thema MEHR
E-Paper
Leckeres zMorga gefällig?
Mit unserem Newsletter «zMorga» kommen die wichtigsten News aus der Region pünktlich zum Frühstück direkt in die Inbox, gratis!
Nicht mehr fragen