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Die kleinste Landessprache der Schweiz trumpft gross auf

Die kleinste Landessprache der Schweiz trumpft gross auf

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten startet am Freitag die erste Ausgabe der rätoromanischen Woche.

Agentur
sda
vor 2 Monaten in
Politik

Am Startanlass in Bern mit dabei auf Einladung von EDA-Vorsteher Ignazio Cassis sind der Bündner Regierungspräsident Mario Cavigelli und Regierungsrat Jon Domenic Parolini. Die rätoromanische Woche (Emna rumantscha) knüpft an die Tradition der thematischen Wochen in italienischer und französischer Sprache an, wie das EDA und die Bündner Regierung am Donnerstag mitteilten. Unter dem Motto «Rumantsch: in ferm toc Svizra» - Rätoromanisch: ein starkes Stück Schweiz, startet die Woche am Freitag.

Symbolisches Datum für die Woche der rätoromanischen Sprache ist der 20. Februar, wie die Bündner Regierung schrieb. Denn am 20. Februar 1938 wurde das Rätoromanische per Volksabstimmung in den Stand einer Landessprache gehoben - gleichberechtigt mit Deutsch, Französisch und Italienisch. Ab 2022 soll die rätoromanische Woche jeweils im Februar einen Fixpunkt im Kalender bilden.

14 Prozent Rätoromanisch in Graubünden

An der Startveranstaltung am Freitag sind sind Inputvorträge, eine Diskussionsrunde und Liveschaltungen zu Personen im In- und Ausland vorgesehen. Auftreten werden zudem Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Ilanz, die auf die Bedeutung der rätoromanischen Sprache im Alltag hinweisen.

Die Frage, wie viele Rätoromaninnen und Rätoromanen in der Schweiz leben, ist nicht so einfach zu beantworten. Die kleinste Sprachgruppe wurde letztmals bei der Volkszählung im Jahre 2000 umfassend durchleuchtet. Rund 60'000 Rätoromaninnen und Rätoromanen lebten damals gemäss der Erhebung in der Schweiz. 2017 notierte das Bundesamt für Statistik schweizweit 44'354 Personen mit der Hauptsprache Rätoromanisch.

In einer unlängst von der Bündner Regierung herausgegebenen Broschüre heisst es, im Kanton würden insgesamt 199'500 Personen leben. 76 Prozent sprächen Deutsch, 14 Prozent Rätoromanisch und 10 Prozent Italienisch. Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton.

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