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Fehlstart für Rekrutenschule im Homeoffice

Fehlstart für Rekrutenschule im Homeoffice

Die Rekrutenschule (RS) im Homeoffice hat einen Fehlstart hingelegt. Die im «Homeoffice» statt in die Kasernen eingerückten angehenden Wehrleute konnten sich erst im Lauf des Tages ins System einloggen, mit dem sie wegen der Pandemie ihre Ausbildung beginnen sollten.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
Politik
Zum RS-Start im Homeoffice ging erst einmal nichts: Handy und Marschbefehl eines Rekruten.
Zum RS-Start im Homeoffice ging erst einmal nichts: Handy und Marschbefehl eines Rekruten.
KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Rund 5000 angehende Soldatinnen und Soldaten sollten am Montag ihre RS nicht in der Kaserne beginnen, sondern im Homeoffice. Bis zum frühen Abend konnten sich aber erst etwas mehr als 3000 Rekruten in das Lernprogramm einloggen, wie Armeesprecher Stefan Hofer der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Technisches Problem

Grund für die Störung war ein technisches Problem, dessen Ursache am Montag noch nicht bekannt war. Am Montag war das Einloggen zunächst nicht möglich gewesen. Am früheren Nachmittag waren dann 1500 Rekrutinnen und Rekruten online. Das System laufe, sei aber noch nicht 100-prozentig stabil, sagte Hofer am Abend.

Hofer erklärte, die Armee habe den Online-Lehrgang gut vorbereitet und im Vorfeld die Bandbreite erhöht. Den entgangenen Online-Unterricht müssen die Rekruten nachholen. Die Armee geht von einer Lerndauer von täglich sechs Stunden aus. Angesichts der Dauer eines «normalen» RS-Tages von zwölf Stunden oder mehr sei das Nachholen gerechtfertigt, sagte Hofer. Zudem könnten sich die Online-Rekruten ihren Tagesablauf selbst einteilen.

Mit 60 Prozent der erwarteten 12'000 angehenden Soldatinnen und Soldaten ist das Gros aber am Montag physisch in die Kasernen eingerückt. Ausgebildet werden sie von rund 2800 Kadern. Sie alle würden am Montag oder am Dienstag in der sanitarischen Eintrittsmusterung auf das Coronavirus getestet, sagte Hofer. Die Armee sieht vor, dass alle ihre Angehörigen sich dem Test unterziehen, wenn sie mehr als fünf Tage Dienst leisten.

Derzeit lässt sich laut dem Sprecher nicht absehen, wie viele Infizierte sich unter den Eingerückten befinden. Auf jeden Fall ist alles für ihre medizinische Versorgung bereit. Auch für die Quarantäne und Isolation hat die Armee Unterbringungsmöglichkeiten in der ganzen Schweiz geschaffen. Niemand werde nach Hause in die Quarantäne geschickt, sagte Hofer. Zudem gelten Schutzmassnahmen.

Ab Februar alle in Kasernen

Die 40 Prozent der vorerst im Homeoffice über das Lernprogramm ausgebildeten Wehrleute werden am 8. Februar in die Kasernen einrücken. Dort müssen sie in einem Eintrittstest das im Homeoffice Erlernte unter Beweis stellen.

Unter den 12'000 auszubildenden Armeeangehörigen sind 190 Frauen, die freiwillig Militärdienst leisten. Damit ist die Zahl der Rekrutinnen im dritten Jahr in Folge gestiegen. Der Frauenanteil in der Armee liegt weiterhin bei knapp unter einem Prozent.

In der Rekrutenschule werden 47 Einheitskommandanten, 427 Zugführer, 206 höhere Unteroffiziere sowie 2177 Unteroffiziere ihren Grad abverdienen. Sie haben Anrecht auf eine Ausbildungsgutschrift je nach Dienstgrad und Ausbildungszeit.

Angehenden Wehrleuten, die Hilfe benötigen, steht die Armee medizinisch, seelsorgerisch, psychologisch und sozial zur Seite. So bietet der Sozialdienst der Armee insbesondere bei finanziellen Problemen Unterstützung. Ansprechpartner sind die Kommandanten, der Truppenarzt, der Armeeseelsorger sowie die entsprechenden Dienste.

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