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Schliessung der Wintersportgebiete (noch) kein Thema

Bundesrat Alain Berset und der Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren haben am Montagmittag über das weitere Vorgehen betreffend Coronavirus informiert. Dabei ging es um die Zeit über die Festtage und am Rande über die mögliche Schliessung von Wintersportgebieten.

Südostschweiz
14.12.20 - 12:15 Uhr
Politik
Wintersport geht derzeit nur mit Schutzkonzept und -massnahmen.
Wintersport geht derzeit nur mit Schutzkonzept und -massnahmen.
KEYSTONE

Um das Coronavirus in den Griff zu bekommen, braucht es einen Lockdown. Das fordert Gregor Zünd. Der Direktor des Zürcher Unispitals spricht sich laut Medienberichten dafür aus, dass Restaurants, Läden, Museen, Kultur- und Sporteinrichtungen landesweit wieder geschlossen werden. Kritiker der aktuellen Massnahmen gehen noch weiter und fordern: Auch Skifahren müsse verboten werden.

Die fünf Unispitäler Zürich, Basel, Bern, Lausanne und Genf haben Gesundheitsminister Alain Berset und Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, einen Brief geschrieben. Darin äussern sie «grosse Besorgnis zur aktuellen Lage». Zudem fand am Montagvormittag in Bern ein Treffen der kantonalen Gesundheitsdirektoren mit Berset statt. 

Berset und Engelberger traten am Montagmittag vor die Medien und informierten über das weitere Vorgehen gegen das Coronavirus. «Die Situation ist für uns beunruhigend», sagte Berset. Die kantonalen Gesundheitsdirektoren würden diese Aussage teilen. Während die Fallzahlen in der Westschweiz sinken, steigen sie in andern Regionen der Schweiz, in Zürich (+15 Prozent), in der Ostschweiz (+13 Prozent) oder in der Zentralschweiz (+12 Prozent), sagte Berset weiter.

Ferner erwähnte der Bundesrat Sorgen um wirtschaftliche Perspektiven, Sorgen um die Gesundheit, sowie die hohe psychische Belastung bei vielen Leuten im ganzen Land. «Wir müssen einen Weg suchen, um mit dieser Situation umgehen zu können. Und wir sehen auch, dass andere Länder viel strengere Massnahmen ergriffen haben», so Berset.

Weitere Massnahmen nannte der Gesundheitsminister keine. «Wir gehen weiter unseren Schweizer Weg.» Das heisst, der Bund überlässt die Verantwortung weiter den Kantonen, behält sich aber Verschärfungen wie am vergangenen Freitag vor, als er die Schliessung aller öffentlich zugänglichen Orte ab 19 Uhr verordnete. Berset ist sich bewusst, dass das eine schwerwiegende Entwicklung ist. Der Bundesrat erarbeitet bis am Freitag ein Konzept für die Festtage.

Bundesrat Alain Berset (rechts) und Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren. KEYSTONE
Bundesrat Alain Berset (rechts) und Lukas Engelberger, Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektoren. KEYSTONE

Am Sonntag sagte Berset gegenüber dem Westschweizer Fernsehen, dass der Bund den Kantonen die Zügel nicht wieder vollständig aus der Hand nehmen wolle. Die ausserordentliche Lage sei keine Option, so der Gesundheitsminister. Angesprochen auf das Streitthema Wintersportgebiete machte Berset aber deutlich, dass er von den Kantonen erwarte, dass sie diese schliessen, wenn sie die Epidemie nicht mehr unter Kontrolle hätten.

Die Wintersportgebiete haben Auflagen bekommen. So dürfen sie nur zwei Drittel der Transportkapazitäten ausschöpfen oder die Restaurants in den Bergen sind geschlossen, so Berset weiter. Und: Die Betriebsbewilligungen erteilen die Kantone. Zum Langlaufsport sagte Patrick Mathys von der Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit, dass auf den Loipen die Abstände gewahrt werden können und ohne den Transport das Risiko geringer sei, als beim Skifahren.

In der Schweiz sind dem Bundesamt für Gesundheit am Montag innerhalb von 72 Stunden 10'726 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG 193 neue Todesfälle und 445 Spitaleinweisungen.

Derweil stehen die meisten Kantone in den Startlöchern für den Impfbeginn. Vielerorts laufen bereits organisatorische und logistische Vorbereitungen. Offen ist noch, wann die Impfungen beginnen. Die Kantone müssen die Zulassung der Impfstoffe via Swissmedic und die Auslieferung durch den Bund abwarten. Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren, sagte, dass erste Impfungen möglicherweise bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres zur Verfügung stehen.

In Graubünden und Glarus steht noch nicht abschliessend fest, wo geimpft wird. In Glarus könnte man sich ein kantonales Impfzentrum vorstellen, in Graubünden beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema.

Die Massentests in Graubünden habe das Bundesamt für Gesundheit mit Interesse verfolgt, sagte Berset auf die Frage eines Journalisten. Und Mathys sagte zu den Resultaten der Massentests, dass diese vielversprechend seien. Inwiefern die Resultate übertragbar seien, könne man zum heutigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen. Einen weiteren Lockdown könnten aber auch schweizweite Massentests nicht verhindern. (sda/so)

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Können Sie Bitte mal Zahlen bringen im vergleich zu letztem Jahr? Wieviele Menschen letztes Jahr gestorben sind und wieviele dieses Jahr? Abgesehen von Corona.

Warum gibt es keine Grippe mehr?

Wieviele Menschen Sterben an Alkoholkonsum?

Wieviele an Lungenkrebs vom Rauchen jedes Jahr?

Im April hiesse es das erst im Frühjahr 2021 ein Impfstoff gegen Corona entwickelt werden könnte. Jetzt Spritzen sich alle schon irgendwas in den Körper... Dez 2020

Ich begreife nicht das nicht schon lange alle auf die Strasse gehen. Es kann nicht sein das wir dem so ausgesetzt sind und wir noch mehr eingeschränkt und überwacht werden. Vor Jahren als Sie überall Kameras aufgestellt haben, hatten viele Reklamiert heute sitzen alle lieber in Facebook und geben irgend ein Furz Kommentar ab und meinen sie könnten die Welt verändern....

Bitte lasst uns wieder normal leben und Arbeiten! Ohne Impfung von grossen Pharmakonzernen!!!!!!!

Danke

Wenn Sie der Regierung erlauben, das Gesetz wegen eines Notfalls zu brechen, wird sie immer einen Notfall schaffen, um das Gesetz zu brechen.

Das mit den "Lockdown-Light"war wie bei allen Light-Produkten: Sobald man es konsumiert hat, merkt man, dass das nicht reicht und braucht das richtige gleich noch hinterher.

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