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Auf dem Churer Rossboden wird es bald ruhiger

Auf dem Churer Rossboden wird es bald ruhiger

Die Lärmsanierung auf dem Waffenplatz Chur soll früher abgeschlossen werden als rechtlich vorgesehen. Für den Churer Stadtpräsident Urs Marti ist das eine Erfolgsmeldung.

Südostschweiz
vor 2 Monaten in
Politik
Für Jon Domenic Parolini (links) und Urs Marti ist die baldige Lärmschutzsanierung Rossboden ein Erfolg.
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Der Churer Waffenplatz wird früher als gesetzlich vorgeschrieben saniert. Dies haben Bundesrätin Viola Amherd, der Bündner Regierungsrat Jon Domenic Parolini, der Churer Stadtpräsident Urs Marti und der Gemeindepräsident von Felsberg, Peter Camastral, vereinbart. Wie das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport in einer Mitteilung schreibt, wird eine Begleitgruppe die Sanierung für die kantonalen und lokalen Behörden begleiten. Wir haben mit Urs Marti und Jon Domenic Parolini über die Sanierung, den Zeitplan und das Verhältnis zwischen der Stadt und der Armee gesprochen.

Der Waffenplatz in Chur soll früher als geplant, konkret noch vor 2025, vom Schiesslärm saniert werden. Die frühzeitige Sanierung ist eine Erfolgsmeldung für die Stadt, oder?

Jon Domenic Parolini: Nach der Anfrage im Frühjahr im Grossen Rat sind wir in Bundesbern vorstellig geworden. Eine Handhabung hatten wir nicht, den Bund zu irgendetwas zu drängen.

Urs Marti: Ja, die Stadt Chur und die Gemeinde Felsberg haben das Anliegen eingebracht und insbesondere am Zeitplan gearbeitet, damit die Lärmschutzmassnahmen schneller als gesetzlich vorgeschrieben umgesetzt werden können.

Sie hatten eine Sitzung mit Bundesrätin und Verteidigungsministerin Viola Amherd. Wie hat sie auf die Forderungen bezüglich der Waffenplatzsanierung reagiert?

Urs Marti: Frau Amherd hat positiv reagiert und Verständnis für unser Anliegen gezeigt. Sie hat auch klar zum Ausdruck gebracht, dass sie bereit ist, an einer Lösung zu arbeiten. Wir waren uns einig, dass unsere Anliegen gerechtfertigt sind und die Lärmschutzmassnahmen dringlich umgesetzt werden müssen.

Jon Domenic Parolini: Dass der Bund den Waffenplatz lärmtechnisch vor dem Jahr 2025 saniert, ist ein grosser Erfolg für uns.

Hat das Argument gezählt, dass sich die Churer und die Felsberger Bevölkerung am Lärm stören?

Urs Marti: Man ist sich bewusst, dass der Lärm auf einem Waffenplatz nicht ganz vermieden werden kann. Aber Lärmwerte müssen eingehalten werden. Künftig können vielleicht Ausbildungstechnologien Lärm vermeiden, vielleicht kommen uns Übungsgeräte oder Simulatoren entgegen. Dazu braucht man zwar die Fläche, aber vielleicht kann die Ausbildung mit weniger Lärm stattfinden. Infanterieleute hielten dem zwar entgegen. Aber die Wahrheit dürfte wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegen.

Wie läuft die Sanierung genau ab?

Urs Marti: Das weiss ich nicht. Ich denke, es braucht Schutz- und Schallwände. Denkbar sind aber auch Massnahmen am Gerät selbst. Und letztlich können auch Schiess- und Übungszeiten überprüft werden.

Jon Domenic Parolini: Das müssen Fachleute entscheiden.

Wie wichtig ist das Verhältnis zwischen der Stadt Chur und dem Bund?

Urs Marti: Der Bund und Frau Amherd haben mehrfach betont, dass Chur einer der wenigen und einer der besten Übungsplätze im Land sei. Aus der Stadt verdrängen will sich die Armee nicht lassen. Sie ist aber bereit, sich für Verbesserungen beim Lärmschutz einzusetzen.

Und wie wichtig ist die Armee für die Stadt Chur?

Urs Marti: Die Armee beansprucht in Chur viel Fläche. Dadurch leistet sie einen Beitrag zur Natur, zur Umwelt und zum Städtebild. Und dadurch bleiben der Stadt Chur auch viele Grünflächen noch lange erhalten. Weiter hat die Armee Arbeitsplätze in Chur und bringt junge Menschen in die Stadt. Negativ ist der Lärm. Und es gibt auch Grundsatzdiskussionen, weil die Armee den Krieg übt. Hier scheiden sich Weltanschauungen.

Eine Gruppe unter der Leitung der Armee, in der der Kanton, die Stadt und die Gemeinde vertreten sind, wird die Sanierung begleiten. Was wird die Aufgabe dieser Begleitgruppe sein?

Jon Domenic Parolini: Die Gruppe wird die Prüfung der Massnahmen zur Lärmreduktion begleiten und die Information der Bevölkerung sicherstellen. Zudem hat die Gemeinde Felsberg weitere Anliegen wie die Zufahrt für Velos oder Fussgänger über den Rossboden während Übungen, die wir nicht mit Bundesrätin Viola Amherd besprechen wollten oder konnten, die aber in dieser Begleitgruppe diskutiert werden können. (phw)

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