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Bund übernimmt drei Viertel der Kosten

Bund übernimmt drei Viertel der Kosten

Das Schutzgebiet Feldbach in Mollis ist ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung mit einer reichen Artenvielfalt. Um das Gebiet langfristig zu bewahren, sind umfassende Schutzmassnahmen nötig. Der Glarner Regierungsrat hat darum dem revidierten Schutzbeschluss zugestimmt.

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Politik
Das Biotop Feldbach bei Mollis.
PRESSEBILD

Nach der grossen Linthkorrektion im 19. Jahrhundert blieb bei Mollis ein Feuchtgebiet zurück, das mit der Zeit zu grossen Teilen zugeschüttet wurde, um für Landwirtschaft und Militär Land zu gewinnen. 1981 hat der Glarner Regierungsrat im Feldbach in Mollis ein kantonales Schutzgebiet geschaffen. 2001 hat der Bundesrat das Schutzgebiet und ein weiteres Amphibienlaichgebiet nördlich davon in das Inventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Feldbach ist national bedeutsam

Wie die Glarner Regierung nun mitteilte, umfasst das Schutzgebiet künftig 2,6 Hektaren der Gemeinde Glarus Nord und 1,37 Hektaren der Eidgenossenschaft (Armasuisse). Entlang der Kantonsstrasse ist Kantonseigentum im Umfang von 200 Quadratmetern betroffen. Die 2001 festgestellten Populationsgrössen von Gelbbauchunke, Erdkröte, Grasfrosch und Bergmolch galten als gross, was die Bedeutung des Gebiets für den Amphibienschutz unterstreicht.

Vom Fadenmolch wurde hingegen nur eine kleine Population beobachtet. Besonders bemerkenswert war die grosse Population der gemäss Roter Liste stark gefährdeten Gelbbauchunke. Der Bestand hat jedoch stark abgenommen. Auch beim Grasfrosch und bei der Erdkröte sind die Bestände im Vergleich zu Beobachtungen aus den 1980er und 1990er Jahren zurückgegangen. Alle Amphibien und ihre Lebensräume stehen gemäss der Bundesgesetzgebung unter Schutz. Es kommen ausserdem typische Ufer- und Flachwasserarten wie Fieberklee, Rohrkolben, Gelbe Seerose und Gelbe Schwertlilie vor.

Negative Einwirkungen in das Schutzgebiet

Der Fischbestand in den Gewässern im Feldbach ist für den Laich und die aufwachsenden Amphibien problematisch, heisst es in der Mitteilung weiter. In Zukunft ist eine deutliche Senkung und Kontrolle des Fischbestandes notwendig.

Der stetig zunehmende Verkehr auf der Kantonsstrasse entlang des Schutzgebiets auf dem Militärareal stellt eine stete Gefahrenquelle für die Amphibien im Gebiet dar. Auf beiden Seiten der Kantonsstrasse wurden 1995 Leitwerke aus Kunststoff erstellt. Zwei gleichzeitig erstellte Amphibientunnels erlauben den Amphibien, von der Westseite die Kantonsstrasse zu unterqueren. Diese Anlagen müssen nun ersetzt und auf der Südseite des militärisch genutzten Platzes verlängert werden.

Das Strassenabwasser fliesst teilweise ins Schutzgebiet. Wegen der Belastung mit Schadstoffen stellt dies ein Problem dar. Bei einer Anpassung oder Wiederinstandstellung der Strasse soll die Entwässerung angepasst werden.

Die militärische Nutzung hat sich in den letzten Jahren laufend verändert. Neben den technischen Massnahmen im Bereich Verkehr und den verbesserten Schutzgebietsinformationen sind im Rahmen des Pflegeplanes Absprachen für den Unterhalt im Randbereich und ausserhalb des jetzigen Schutzgebietes mit dem Unterhaltsdienst notwendig, um einen guten und zweckmässigen Unterhalt zu erreichen. 

Weiter stellt das Gebiet Feldbach ein wichtiges Naherholungsgebiet für die lokale Bevölkerung dar.

Vernehmlassungsverfahren durchgeführt

Ende 2019 wurde ein Vernehmlassungsverfahren für den Schutzbeschluss und den Schutzzonenplan durchgeführt. Nach einer vertieften Diskussion und Abklärungen mit Nutzergruppen wurden einzelne Bedürfnisse berücksichtigt. Beispiele sind der Transport und die Lagerung von Holz oder die Ausscheidung eines Landstreifens entlang der Kantonsstrasse für Signalisationseinrichtungen.

Änderungen im Vergleich zum geltenden Schutzbeschluss 

  • Um die Tiere und Pflanzen im Schutzgebiet vor Besuchern und Haustieren zu schützen, wird in einem Wegegebot festgelegt, dass nur die ausgewiesenen Wege begangen werden dürfen.
  • Leinenpflicht für Hunde, um die Tiere im Schutzgebiet zu schützen.
  • Das Gebiet ist auf Wasserzufuhr und die Erhaltung eines erhöhten Wasserspiegels angewiesen, eine Entwässerung ist untersagt, wenn sie nicht mit den Schutzzielen vereinbar ist.

Für die Erneuerung der Amphibienleitwerke und des Tunnels wird mit Kosten von 500'000 Franken gerechnet. Der Bund wird im Rahmen der Programmvereinbarung im Bereich Naturschutz 75 Prozent dieser Kosten übernehmen. Der Beschluss tritt am 1. März 2021 in Kraft, sofern keine Einsprachen eingehen. (so)

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