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Karikaturenstreit: Tausende Palästinenser demonstrieren gegen Macron

Karikaturenstreit: Tausende Palästinenser demonstrieren gegen Macron

Tausende Palästinenser haben am Freitag gegen Frankreichs Position zu Meinungsfreiheit und Karikaturen des Propheten Mohammed protestiert.

Agentur
sda
vor 4 Monaten in
Politik
Die Polizei blockiert Mundschutz tragende Demonstranten, welche mit einem Plakat, das einen Fußabdruck auf dem Gesicht des französischen Präsidenten Macron zeigt, gegen die Veröffentlichung von Karikaturen in Frankreich, die den Propheten Mohammed…
Die Polizei blockiert Mundschutz tragende Demonstranten, welche mit einem Plakat, das einen Fußabdruck auf dem Gesicht des französischen Präsidenten Macron zeigt, gegen die Veröffentlichung von Karikaturen in Frankreich, die den Propheten Mohammed…
Keystone/AP/Pavel Golovkin

Auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) in Jerusalems Altstadt, einer der heiligsten Stätten des Islam, versammelten sich nach den Freitagsgebeten viele gläubige Muslime.

Ikrima Sabri, Leiter des Höchsten Islamischen Rats der Palästinenser, hatte für Freitag zu einem «Tag des Zorns» aufgerufen.

Dem französischen Staatschef Emmanuel Macron wird die Verletzung religiöser Gefühle von Muslimen vorgeworfen. Macron hatte bei einer Gedenkfeier zu Ehren des von einem Islamisten enthaupteten Lehrers Samuel Paty gesagt, Frankreich werde nicht «auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen». Der Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Macrons Äusserungen führten weltweit zu Protesten von Muslimen.

Auch im Gazastreifen hatte die dort herrschende Hamas Freitag Protestkundgebungen mit Hunderten Teilnehmern organisiert. Die Hamas-Führung rief Palästinenser, Araber und Muslime weltweit zum Boykott Frankreichs auf. Vor Demonstranten im Flüchtingslager Dschebalia rief Hamas-Führer Fathi Hammad: «Die arabische und islamische Welt muss sich einig gegen diese kriminelle Attacke auf unseren Propheten stellen.» Hammad sagte: «Die Schmähung unseres Propheten Mohammed durch Frankreich verletzt den Glauben von zwei Milliarden Muslimen auf der Welt.»

Bei einer brutalen Messerattacke in einer Kirche in der südfranzösischen Metropole Nizza wurden am Donnerstag drei Menschen getötet. Der mutmassliche Täter, der aus Tunesien stammen soll, wurde von Polizisten schwer verletzt und festgenommen. Frankreich rief die höchste Terrorwarnstufe aus, Macron sprach von einem «islamistischen Terroranschlag».

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Menschen können sich weiterentwickeln. Nur um es vorwegzunehmen: Mir ist klar, dass Staaten in Ost und West (über Jahrhunderte!) Fehler gemacht haben. Individuen werden auch im Orient sehr bald lernen:
Mohammed ist nicht mein Vater. Er ist nicht mal mit mir verwandt. Wer sich satirisch über Mohammed auslässt, beleidigt nicht mich.

Der Islam ist eine Ideologie, ein Entwurf fürs Zusammenleben. Mohammed hat vieles aus NT und AT übernommen. (Seine Kernaussage, das mit Gabriel und der Höhle, hat er wohl erfunden, denn er wusste, dass man Menschen manipulieren kann.) Mohammed steht für jenes - ziemlich veraltete - Gesellschaftsmodell, basierend auf der Angst der Bürger vor der Hölle.

Und weil Mohammed bekanntlich für die islamische Ideologie steht, darf man ihn kritisieren.