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Bundesrat: «Es ist fünf vor zwölf»

Bund und Kantone haben sich getroffen, um eine gemeinsame Strategie im Hinblick auf die steigenden Corona-Fallzahlen zu beraten. Fürs Erste sind keine weiteren Schritte beschlossen worden. Die Behörden rufen jedoch dringend zur Einhaltung der Coronaregeln auf.

Südostschweiz
Donnerstag, 15. Oktober 2020, 11:34 Uhr Medienkonferenz zur Corona-Lage
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an einer vergangenen Medienkonferenz in Bern.
ARCHIV/KEYSTONE

Der Bundesrat hat über die aktuelle Coronalage in der Schweiz informiert. Die Fallzahlen sind in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Aus diesem Grund haben sich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga und Bundesrat Alain Berset mit Kantonsvertretern, darunter Christian Rathgeb, getroffen. 

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga ergriff an der Medienkonferenz als erste das Wort. Sie greift die steigenden Corona-Fallzahlen auf. «Wir rufen die Bevölkerung auf, dazu beizutragen, das Coronavirus in Schach zu halten», sagt sie. Das sei vor allem nun im Hinblick auf den Winter wichtig. «Je schneller wir nun reagieren, desto weniger Einschränkungen wird es für die Bevölkerung und die Wirtschaft geben.»

Es sei zudem wichtig, dass sich Bund und Kantone rasch und unkompliziert austauschen würden. Das weitere Vorgehen werde eng miteinander abgestimmt. Bund, Kantone und die Wissenschaft seien sich einig. Distanzhalten und Hygienemassnahmen seien weiterhin das Wichtigste. «Sie sind wirksam, das wissen wir», so Sommaruga. Nun müsse es aber im ganzen Land eine heftige Reaktion geben und man müsse sich wieder an die Massnahmen und Regeln halten – sei das bei der Arbeit oder auch bei informellen Treffen.

Laut der Bundespräsidentin werden in den kommenden Tagen die weiteren Schritte besprochen. Unter anderem müsse das Testen auf das Virus vereinfacht werden und es müssten immer genügend Tests vorhanden sein. «Wichtig ist aber, dass nicht nur die Behörden handeln und reagieren. Wir sind auch auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen.»

Die Kantone reagieren

Christian Rathgeb, Bündner Regierungsrat und Präsident der Konferenz der Kantonsregierungen bestätigt den intensiven Austausch zwischen den Kantonen und dem Bund. Das heutige Treffen sei ein Teil davon.

Sämtliche Kantone seien dabei, das Massnahmenpaket gegen das Coronavirus anzupassen, so Rathgeb. Die Kantone unter sich würden intensiv zusammenarbeiten. Dennoch sei es auch wichtig, dass die Kantone und Bund gemeinsam Beiträge zur Eindämmung des Virus leisten würden. Eine Herausforderung sei dabei jedoch die zeitliche Dringlichkeit. Man wolle einen weiteren Lockdown mit allen Mitteln verhindern.

Auch Rathgeb appelliert zudem an die Bevölkerung des Landes. «Ohne die Mitarbeit jeder einzelnen Person können wir die Situation nicht meistern.»

Wie Sommaruga sprach auch Bundesrat Alain Berset die steigenden Fallzahlen an. «Wir denken, dass wir die Situation unter Kontrolle haben», so der Bundesrat. Die Spitäler seien voller, aber nicht überlastet. Man erwarte jedoch einen starken Anstieg der Auslastung der Spitäler in den kommenden Wochen. Morgen werden die Konferenz der Kantonsregierungen und der Bund sich weiter beraten. (rac)

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