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Beim Jagdgesetz und beim Kinderabzug ist die Lage offen

In der eidg. Volksabstimmung vom 27. September dürfte die Begrenzungsinitiative deutlich abgelehnt und der Vaterschaftsurlaub klar angenommen werden. Zur Kampfjetbeschaffung zeichnet sich ein Ja ab. Offen ist die Lage beim Jagdgesetz und beim Kinderabzug.

Agentur
sda
Mittwoch, 16. September 2020, 06:00 Uhr Bern
Beim Jagdgesetz mit dem erleichterten Abschuss von Wolf, Biber und Co., das am 27. September zusammen mit vier weiteren eidgenössischen Vorlagen zur Abstimmung kommt, ist die Lage offen. (Archivbild)
Beim Jagdgesetz mit dem erleichterten Abschuss von Wolf, Biber und Co., das am 27. September zusammen mit vier weiteren eidgenössischen Vorlagen zur Abstimmung kommt, ist die Lage offen. (Archivbild)
Keystone/DPA-Zentralbild/Z1022/_PATRICK PLEUL

Dies zeigen die Ergebnisse der zweiten Welle der SRG-Trendbefragung und der dritten Welle der 20 Minuten-/Tamedia-Umfrage. Sie wurden am Mittwochmorgen zeitgleich veröffentlicht.

Gemäss der SRG-Umfrage hätten am 6. September stabile 63 Prozent der teilnahmewilligen Stimmberechtigten «bestimmt» oder «eher» gegen die Begrenzungsinitiative der SVP gestimmt. Ebenfalls stabile 35 Prozent wären dafür gewesen.

Gemäss der 20 Minuten-/Tamedia Umfrage hätten sich am 10./11. September 65 Prozent gegen die Begrenzungsinitiative ausgesprochen. 33 Prozent hätten ihr zugestimmt. Die Gegnerschaft trägt ihren komfortablen Vorsprung somit in die Schlussphase des Abstimmungskampfes. Die Initiative findet einzig bei SVP-Sympathisanten eine Mehrheit.

Zustimmung steigt von links nach rechts

Die Kampfjet-Vorlage wollen gemäss 20 Minuten/Tamedia 65 Prozent unterstützen, 34 Prozent wollen dagegen stimmen. Gemäss SRG würden drei Wochen vor der Abstimmung 56 Prozent dafür und 40 Prozent dagegen stimmen. Nur 4 Prozent jener, die abstimmen wollen, sind noch unentschieden.

Frauen sind der Kampfjetbeschaffung skeptischer gegenüber eingestellt als Männer. Bei den Parteien nimmt die Unterstützung von links nach rechts zu.

Für den Vaterschaftsurlaub sprechen sich in der Umfrage von 20 Minuten/Tamedia über zwei Drittel aus. In der SRG-Umfrage sind 61 Prozent dafür und 35 Prozent dagegen. 4 Prozent sind noch unentschieden.

Die Vorlage findet eine Mehrheit bei den Wählerinnen und Wählern aller Parteien mit Ausnahme der SVP. Die Vorlage bleibt extrem populär bei den jüngeren Altersgruppen, findet aber auch eine Mehrheit bei den über 65-jährigen.

Pattsituation bei Jagd und Kinderabzug

Beim Jagdgesetz mit dem erleichterten Abschuss von Wolf, Biber und Co. sind gemäss 20 Minuten/Tamedia 49 Prozent gegen und 48 Prozent für die Vorlage. Gemäss SRG sind 46 Prozent auf der Ja-Seite und 48 Prozent auf der Nein-Seite. Damit ist eine Pattsituation entstanden. 6 Prozent der Stimmbürger mit fester Teilnahmeabsicht an der Abstimmung sind noch unschlüssig.

Es zeichnet sich ab, dass die noch Unentschlossenen das Zünglein an der Wage sein könnten und die Vorlage auf beide Seiten kippen kann. Die Vorlage findet momentan bei Anhängern von FDP, CVP und SVP eine Mehrheit, und sie ist populärer auf dem Land. Frauen stehen der Vorlage deutlich kritischer als Männer gegenüber.

Eine Pattsituation besteht auch beim Kinderabzug von der Bundessteuer. In der Umfrage von 20 Minuten/Tamedia wollen ihn 51 Prozent unterstützen und 46 Prozent ablehnen. In der SRG-Umfrage sind 52 Prozent dagegen und nur noch 43 Prozent dafür.

Es scheint als hätten sich zuvor Unentschlossene nun in das Nein-Lager bewegt. Es finden sich Mehrheiten bei den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme von SP, Grünen und SVP - wobei letztere auch noch kippen könnten. Männer unterstützen die Vorlage deutlich stärker.

18«000 und 20»000 Personen befragt

Die zweite Welle der SRG-Trendbefragung führte das Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 2. und dem 10. September durch. Befragt wurden 17'909 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich beträgt 2,7 Prozentpunkte.

Die 20 Minuten-/Tamedia-Abstimmungsumfragen wurde in Zusammenarbeit mit der LeeWas GmbH am 10. und 11. September durchgeführt. Befragt wurden 20’310 Stimmberechtigte. Der Stichproben-Fehlerbereich beträgt 1,2 Prozentpunkte.

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